Heimbach - „Spannungen 2009” in Heimbach erfolgreich zu Ende gegangen

„Spannungen 2009” in Heimbach erfolgreich zu Ende gegangen

Von: Pedro Obiera und Sandra Kinkel
Letzte Aktualisierung:

Heimbach. Mit zwei großen Programmen ging die 12. Staffel des Festivals „Spannungen - Musik im Jugendstilkraftwerk Heimbach” am Sonntag glanzvoll zu Ende.

Dabei wogen am Vormittag die Cello-Sonate von Charles Valentin Alkan (mit Tanja Tetzlaff und Steven Osborne) und vor allem das Klaviertrio von Peter Tschaikowsky (mit einer über sich hinaus wachsenden Veronika Eberle an der Violine) schon etwas sehr schwer für eine Matinee. Dafür vereinigten sich gleich elf Streicher am Abend im Rahmen des Abschlusskonzerts zu Bla Bartóks stilistisch hintergründigem „Divertimento”, womit man dem Finale einen ebenso virtuos auftrumpfenden wie nachdenklich stimmenden Akzent verlieh.

Zuvor gelang Christian Tetzlaff (Violine) und Gastgeber Lars Vogt am Klavier eine Art Rehabilitierung der sowohl beim Publikum als auch bei Künstlern nicht sonderlich beliebten Violinsonate Nr. 2 von Robert Schumann. Mit ihrer spannungsgeladenen und emotional aufwühlenden Interpretation wischten die Urgesteine der „Spannungen” die letzten Reste spröder Patina von dem wohl noch immer verkannten Werk.

Damit liegt eine anstrengende, aber auch beglückende Woche voller Kammermusik hinter uns, in der sich ein Höhepunkt an den anderen reihte. Von Schönbergs „Verklärter Nacht” über Regers Klarinettenquintett bis zu den neuen Stücken des „Composers in Residence”, Mark-Anthony Turnage, tauchte man tief und erfolgreich in die Gefilde bekannter und weniger bekannter Kostbarkeiten der Literatur.

Publikum ist treu geblieben

Das Publikum blieb dem Fest auch im 12. Jahr seines Bestehens treu. Und auch die Künstler garantierten wieder einen außerordentlich hohen interpretatorischen Standard.

Da die Finanzierung bis 2012 gesichert ist und auch das Kraftwerk in den nächsten Jahren zur Verfügung stehen wird, kann man der Zukunft beruhigt entgegensehen. Auch wenn sich in der Führungsriege des federführenden Kunstfördervereins Düren einiges ändert. Lorenz Peter Johannsen, Pressereferent und „Mädchen für vieles” seit Anbeginn, zieht sich zurück und darf sich als frischgebackenes Ehrenmitglied in der bequemeren Rolle des Hörers an den Konzerten erfreuen.

Auf der künstlerischen Leitungsebene ändert sich zum Glück nichts. Lars Vogt wird sich weiterhin um interessante Programme und mindestens so interessante Künstler kümmern.

Gerhard Quitmann tritt den 1. Vorsitz des Kunstfördervereins ab und begnügt sich mit der Position des Stellvertreters. Sein Nachfolger wird Hans-Joachim Güttler (60). Er nennt als einen der Höhepunkte von „Spannungen 2009” das Klarinettenqiuntett von Reger, das am Freitagabend aufgeführt wurde. „Zudem muss ich sagen, dass diesmal während der gesamten Konzertwoche jeden Abend etwas Neues, sehr Anspruchsvolles kam, und man nie eine Verschnaufpause hatte.” Als seine größte Aufgabe betrachtet er es, das hohe Niveau der „Spannungen” zu halten.
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