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Spannender Reigen der Bilder dieser Welt

Von: Eckhard Hoog
Letzte Aktualisierung:
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Mit 21 ist sie die jüngste Preisträgerin des Wettbewerbs „Unicef - Foto des Jahres”: die Eupener Fotografin Alice Smeets, hier mit ihrem Siegerbild. Sie gewann im Dezember 2008. Das Aachener Ludwig Forum richtet im September ihre erste Museumsausstellung aus mit Bildern über Kinder in Haiti im Rahmen des Projekts „Kinder haben Rechte”. Foto: dpa

Aachen. Sie ist blutjunge 21 Lenze alt, Abitur-Jahrgang 2005, entdeckt 2006 die Fotografie für sich und gewinnt bereits zwei Jahre später den internationalen Wettbewerb „Unicef - Foto des Jahres” - als jüngste Preisträgerin aller Zeiten: die Eupener Dokumentarfotografin Alice Smeets.

Der ehemalige Präsident der weltbekannten Magnum-Agentur Philip Jones Grif-fiths, ist von ihrem Talent derart begeistert, dass er sie nach einem Workshop in New York zu seiner Assistentin macht. Eine Ausstellung ihrer Bilder gehört zu den Höhepunkten im Jahresprogramm 2009 des Aachener Ludwig Forums. Wir sprachen mit der noch frischgebackenen Direktorin Brigitte Franzen darüber.

„Du hast Recht! - Kinder haben Rechte” lautet der Titel eines Projekts der museumspädagogischen Abteilung, in dessen Rahmen Alice Smeets im September die Fotos über Kinder in Haiti vorstellen wird - ihre erste Museumspräsentation überhaupt.

Die gesamte Veranstaltungsserie mit Workshops, Aktionen, Diskussionen, Vorträgen und Symposium ist ein Aachener Beitrag zum 20-jährigen Bestehen der Kinderrechtskonvention der Vereinten Nationen, dessen Jubiläum im September begangen wird. Bereits jetzt arbeiten die Museumspädagogen des Hauses in den Kursen mit Schülern an einer Ausstellung zum Thema Kinderrechte (6. September bis 25. Oktober).

Russischer Künstler zum Auftakt

Den Ausstellungsreigen eröffnet indessen eine Begegnung mit dem russischen Künstler, Philosophen, Gestalter und Pädagogen Mikhail Shvartsman (1926-1997) - für Brigitte Franzen eine gerne ausgeführte Übernahme ihres Vorgängers Harald Kunde. „In der ehemaligen Sowjetunion war Shvartsmans mystisch-religiöser Ansatz nicht gerne gesehen”, sagt die Forums-Chefin.

„Im Westen ist er noch kaum bekannt”, obgleich er zu den Hauptprotagonisten der inoffiziellen Kunst der UdSSR gehört - ein „Abstrakter”, der mit „geisterhaften” Zeichen aus Linien, Flächen und Quadraten eine philosophisch-religiöse Weltsicht beschwört (14. März bis 26. April.)

Das große Aufräumen der Sammlung Ludwig findet unter dem Titel „Pop-Up!” statt (5. April bis 23. August), das nicht thematisch erfolgt, sondern in Form von Konfrontationen der künstlerischen Positionen, ehe erstmals Ludwigs Grafik eine umfassende Heimat findet (27. Juni bis 23. August). Immerhin lässt sich dabei aus einem Bestand von 2000 Blättern auswählen. Kuratorin Annette Lagler arbeitet die Kollektion in Zusammenarbeit mit der Ludwig Stiftung auf, damit rechtzeitig zur Eröffnung ein Inventarbuch erscheinen kann.

Das Jahresmotto lautet indessen „Video”, der Titel der dazugehörigen Ausstellung „Video Archiv Camp” (19. September bis 15. November) als Teil eines Projekts der Kulturstiftung des Bundes: „40jahrevideokunst”. Damit soll die bedeutendste künstlerische Gat-tungs-Erfindung des 20. Jahrhunderts vor dem Verfall gerettet werden. Und da seit den 70ern die ehemalige „Neue Galerie” und dann das Ludwig Forum als wahre Video-Pioniere in die Museumsgeschichte eingegangen sind (Franzen: „eine tolle Sammlung”), gibt es auch in Aachen reichlich zu tun, um das Band-Erbe für die Nachwelt zu erhalten.

33 Videos werden restauriert

Das beteiligte Zentrum für Kunst und Medientechnologie Karlsruhe hat 33 Werke aus Aachen in sein Restaurierungsprojekt aufgenommen.

In der Ausstellung, die noch nach Karlsruhe, Dresden und Oldenburg weiterwandert, werden diese Arbeiten und weitere aus dem Bestand auf Original-Fernsehern aus der Zeit präsentiert.

Schließlich richtet sich der Blick auf einen „Mann zwischen den Kulturen”, der seine spezifischen Erfahrungen als Migrant und Wanderer zwischen der östlichen und der westlichen Welt in Videoinstallationen, Skulpturen und Zeichnungen ummünzt: der in London lebende türkische Künstler Ergin Cavusoglu. Er stellt Fragen wie diese: Wo liegen die kulturellen Pufferzonen zwischen Orient und Okzident, und wie sehen sie aus? In Schottland entsteht gerade eine neue Videoarbeit, die in Aachen zum ersten Mal gezeigt werden soll.

Alles in allem: ein vielversprechendes Programm, das neugierig macht.
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