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Spannende Reise ins Mittelalter

Von: Grit Schorn
Letzte Aktualisierung:
„Der kleine Ritter Trenk” im
„Der kleine Ritter Trenk” im Aachener Das Da Theater: Das Szenenbild zeigt Rebecca Selle (rechts) in der Titelrolle und Laura Linde. Das Schweinchen heißt „Ferkelchen”. Foto: Mona Deus

Aachen. Ob sechs oder zwölf Jahre - „Der kleine Ritter Trenk” nach Kirsten Boies schönem Kinderbuch begeisterte alle Zuschauer im Aachener Das Da Theater. Selbst die Erwachsenen verfolgten gespannt den tapferen Versuch des Bauernjungen Trenk, Hunger, Armut und Leibeigenschaft zu entkommen.

Das famose Bühnenbild von Frank Rommerskirchen führt als erstes in die ärmliche Stube der Bauernfamilie, wo Vater Tausendschlag abgeführt wird, weil er keine Steuern (den „zehnten Teil”) zahlen kann.

In Enikö Kümmels wunderschöner und inspirierender Inszenierung tut sich eine mittelalterliche Welt auf, die auch Kinder gut verstehen können. Die kongeniale Musik von Christoph Eisenburger und die eingängigen Liedtexte von Maren Dupont vermitteln eine ganz besondere Atmosphäre. „Verzaubert” werden die Zuschauer auch von plastischen Schattenspielen und kleinen Einspielfilmen.

Gaukler und Erzähler berichten, wie der kleine Trenk mit seinem Schwein „Ferkelchen” in die Ferne zieht, um ein freier Mensch zu werden. „Stadtluft macht frei”, so hieß wirklich die Maxime jener Zeit, denn alle, die ein Jahr und einen Tag ohne den Einspruch ihres Herrn in einer Stadt lebten, waren von der Leibeigenschaft befreit. Welche Abenteuer, Hindernisse und Erfolgserlebnisse dem tapferen Bauernjungen auf seinem Weg in die Freiheit begegnen, das hielt kleine und große Zuschauer eine pralle Stunde bei der Stange - vielmehr bei den Holzschwertern und Hellebarden. Denn es wird auch viel gekämpft auf dieser Zeitreise ins Mittelalter, bis der kleine Trenk tatsächlich den Ritterschlag erhält, gemeinsam mit dem beherzten adeligen Mädchen Thekla, das nicht Harfe spielen oder sticken mag, sondern reiten und Abenteuer erleben will.

Lebensecht dargestellt

Nicht nur diese „emanzipatorische” Haltung kommt gut an, sondern auch die fünf Schauspieler, die mindestens 20 Rollen spielen. Rebecca Selle verkörpert kraftvoll und einfühlsam den Jungen Trenk, kess und lebensecht wirkt Laura Linde als Thekla und in weiteren Rollen. Tobias Steffen gefällt ebenfalls in verschiedenen Parts. Die drei Neuzugänge behaupten sich ausgezeichnet neben den herrlich wandlungsfähigen Das-Da-Stars Jens Eisenbeiser und Mike Kühne, die in ganz unterschiedliche Rollen schlüpfen, mal klug und edel, mal böse oder töricht.

Einfallsreich eingekleidet von Michaela Gabauer und Frank Rommerskirchen, haben alle Figuren Format. Und die starken Lieder bleiben im Gedächtnis wie auch diese Reime: „Es gab Ritter und Burgen, Prinzessinnen auch. Doch viele arme Leute hatten nichts als Hunger im Bauch!” Süß aber war der Schluss der Vorstellung, die mit Begeisterung und Beifallsstürmen endete.

Weitere Vorstellungen von „Der kleine Ritter Trenk” folgen am 26. und 27. November sowie am 10. und 11. Dezember und am 7. und 8. Januar jeweils um 16 Uhr im Aachener Das Da Theater, Liebigstraße 9.

Karten-Telefon: 0241/161688. Preise 9 Euro, ermäßigt 6 Euro.

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