Sehenswerte Ausstellung: „Unterm Strich.”

Von: ak
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60 Karikaturen aus der ehemaligen DDR: Sie sind bis zum 7. Dezember in der Sparkasse Aachen am Münsterplatz ausgestellt. Foto: Harald Krömer

Aachen. Sie reizen, stacheln auf, bringen zum Lachen. Stets spiegeln sie die Zeit ihrer Entstehung und die Lebenswirklichkeit der Menschen wider. Karikaturen halten den Spiegel vor und machen auf Missstände aufmerksam. „Eine gute Pointe muss eben sitzen!”

Diesen Satz legte der Berliner Zeichner Manfred Bofinger 1970 einer Figur im Sträflingsgewand in den Mund. Bofinger spielte darauf an, dass die wirklich treffenden Pointen in der SED-Diktatur nicht erlaubt waren und geradewegs ins Gefängnis führten. Wenig überraschend, dass seine Karikatur damals nicht veröffentlicht wurde.

Bofingers Zeichnung ist Titelbild der Ausstellung „Unterm Strich. Karikatur und Zensur in der DDR”, die in der Sparkasse Aachen am Münsterplatz anlässlich des 20. Jahrestages des Mauerfalls zu sehen ist: 60 Exponate, die zwischen den 50er Jahren bis nach dem Mauerfall entstanden sind - solche, die vom SED-Regime in Auftrag gegeben wurden und die DDR als Paradies darstellten, und solche, welche sich kritisch mit der Diktatur auseinandersetzen.

Deutlich zu sehen ist die Entwicklung der Karikaturen. Mit versteckten Anspielungen fordern die Künstler den Staat heraus. Als sich der Zusammenbruch andeutet, werden sie mutiger, wagen sich auch an Tabuthemen. „Das politische Geschehen rund um die Wiedervereinigung begleiten sie kritisch, brechen nicht in lauten Jubel aus”, erklärt Markus Göb vom Internationalen Zeitungsmuseum.

Konzipiert wurde die Ausstellung vom Bonner Haus der Geschichte, nach Aachen geholt vom Internationalen Zeitungsmuseum in Zusammenarbeit mit dem Kulturbetrieb der Stadt. „Aachen war eine der ersten Städte, die für eine Ausstellung zum Mauerfall beim Haus der Geschichte angefragt hat”, erklärt Olaf Müller.

An drei Terminen gibt es Führungen

Die Ausstellung „Unterm Strich. Karikatur und Zensur in der DDR” in der Sparkasse Aachen am Münsterplatz ist noch bis Montag, 7. Dezember, zu sehen. Besichtigungen während der Öffnungszeiten: montags bis mittwochs von 8.30 bis 16.30 Uhr, donnerstags von 8.30 bis 17.30 Uhr sowie freitags von 8.30 bis 16 Uhr.

Zusätzlich gibt es an drei Terminen Führungen: Donnerstag, 12. November, 10 Uhr, Freitag, 20. November, 11 Uhr, sowie Dienstag, 24. November, um 15 Uhr. Anmeldung beim Zeitungsmuseum unter 0241/4324910.
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