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Schrittmacher inmitten des rohen Charmes der Industrie

Von: Eckhard Hoog
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Sie versprechen eine einmalige Atmosphähre beim 16. Schrittmacher-Festival in Aachen: (von links) Steffi Gerhards vom Veranstaltungsmanagement, Festivalleiter Rick Takvorian und Bühnentechniker Georg Schlag in der ehemaligen Fabrik Stahlbau Strang. Foto: Harald Krömer

Aachen. Geschmeidige Körper unter stählernen Kranschienen, hypnotische Lichtspiele zwischen eisernen Trägern, rhythmische Klangmuster vor rohen Backsteinmauern - einzigartig kontrastreich und spannend verspricht die Atmosphäre zu werden, wenn sich am 4. Februar der Vorhang zum 16. Aachener Schrittmacher-Festival hebt.

Erstmals bietet nicht das Ludwig Forum mit seiner großen Ausstellungshalle und Mulde den internationalen Compagnien Spielplatz und Forum, sondern die ehemalige Fabrik Stahlbau Strang im Industriegebiet Rothe Erde. „Ich liebe alte Fabriken”, schwärmt Festivalleiter und Veranstaltungsmanager Rick Takvorian und hofft, dass sein Publikum das in drei Wochen genauso sehen wird.

Aus der Not wird eine experimentelle Tugend gemacht: Weil das Ludwig Forum seine raumgreifende Jubiläumsausstellung „Hyper Real”Êzum 20-jährigen Bestehen vorbereitet, mussten sich die „Schrittmacher” in diesem Jahr kurzfristig nach einem neuen Domizil umsehen und fanden es in der gelegentlich als Lagerhalle genutzten ehemaligen Fabrik im Aachener Ostviertel. So trifft nun der gänzlich unaufgesetzte Charme einer überkommenen, rohen Industrieatmosphäre auf die dynamische Kraft versprühende Szene einer jungen, internationalen Tanzwelt. Fünf der insgesamt elf Produktionen werden hier präsentiert, sechs beim Heerlener Partner im Parkstad Limburg Theater (siehe Programmkasten).

Die Tribüne ist bereits aufgebaut, ein Teil der Bühne ebenfalls. „Seit 150 Jahren hat sich hier kaum etwas verändert”, stellt Georg Schlag, der Bühnentechniker der Firma Artec, tief beeindruckt fest. Kaum mehr als die Krananlage mit ihrem riesigen Haken stammt aus jüngeren Tagen.

110 Meter lang, 22 Meter breit - rein technisch gesehen bietet die Fabrikhalle alles, was ein Tanzfestival braucht: reichlich lichte Höhe für Beleuchtung, Projektionen und Spiegelflächen, die zum Beispiel bei der spanischen Compagnie Otra Danza (17. und 18. Februar) reichlich zum Einsatz kommen.

Und noch in anderer Hinsicht ist die Stahlfabrik für „Schrittmacher” ein großer Gewinn: Erstmals finden 400 Zuschauer gleichzeitig Platz und beste Sicht gegenüber allenfalls 300 im Ludwig Forum. Und dort war das alles auch noch ziemlich „gekramt”, sagt Rick Takvorian und blickt zuversichtlich nach vorne: „Mit ein bisschen Glück wird´s kultig” und empfiehlt dem Publikum, nicht im allerfeinsten Zwirn zu erscheinen. Die Gasheizung funktioniert zwar prächtig, aber ein Jäckchen könnte auch nicht so recht schaden.

Das Programm, das von einer ausnahmslos jungen Szene bestritten wird, scheint jedenfalls bereits bestens anzukommen, über 100 Abos sind schon verkauft.

Der Kartenvorverkauf läuft bereits; zwei Abos sind im Angebot

Schrittmacher-Festival Aachen/Heerlen, 4. Februar bis 7. April; die Veranstaltungen in Aachen finden in der ehemaligen Fabrik Stahlbau Strang, Philipsstraße 2 statt, die in Heerlen im Parkstad Limburg Theater.

Das Programm: Spellbound Dance Company (Italien), 4., 5., 6. Februar, Aachen; Rubberband Dance Group (Niederlande), 11., 12., 13. Februar, Aachen; Otra Danza (Spanien), 17., 18. Februar, Aachen; Fabien Prioville Dance Company (Deutschland/Frankreich), 20., 23. Februar, Aachen; DanzAbierta (Kuba), 25., 26., 27. Februar, Aachen; Company Carolyn Carlson (Frankreich/USA), 22. Februar, Heerlen; Nederlands Dans Theater (Niederlande), 2. März, Heerlen; Gotra Ballet (Niederlande), 11., 12. März, Heerlen; Ann van den Broek (Belgien), 23. März, Heerlen; Jo Stromgren Kompani (Norwegen), 24. März, Heerlen; Nanine Linning

(Deutschland), 7. April, Heerlen.

Das Fünfer-Abo (Veranstaltungen frei wählbar) kostet 65, das Sechser-Abo 80 Euro; Einzelpreise: zwischen 15 und 21 Euro. Der Vorverkauf läuft bereits.
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