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Ruge-Stipendien für Projekte junger Dokumentarfilmer

Von: dpa
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Düsseldorf. Die Dokumentarfilmer Jakob D. Weydemann und Alice Agneskirchner erhalten in diesem Jahr das hoch dotierte „Gerd Ruge Projekt-Stipendium” der Filmstiftung Nordrhein-Westfalen. Der Fernsehjournalist Ruge zeichnete am Mittwoch in Düsseldorf Weydemann mit 30.000 Euro für das Projekt „Die Früchte der Heuchelei” aus.

Agneskirchner erhielt 14.000 Euro für „Ein Appartment in Berlin”. Außerdem vergab Ruge vier „Incentive-Stipendien” über 15 000 bis 20.000 Euro zur Realisierung von Filmplänen. Um die mit insgesamt mehr als 100.000 Euro verbundenen Stipendien hatten sich 84 Filmemacher beworben.

Weydemann, Absolvent der Filmhochschule Hamburg-Berlin, thematisiert in seiner animierten Dokumentation das Elend illegaler afrikanischer Immigranten, die auf den Obstplantagen Süditaliens arbeiten. In Agneskirchners Doku-Experiment richten zwei junge israelische Juden, die in Berlin leben, anhand der Vermögenserklärung einer von den Nazis deportierten Familie die einstige Wohnung der Holocaust-Opfer wieder originalgetreu ein.

Die „Incentive-Stipendien” gingen an Anne Thoma für ihr Projekt „Miles & War”, das sich mit der Arbeit von Unterhändlern befasst, die Kriege beenden wollen. „Money in Minutes” von Monika Hielscher und Matthias Heeder wirft einen Blick auf die Geldströme beim weltgrößten Bargelddienstleister Western Union. Bernd Schaarmann und Heike Fink werfen in „Nice places to die” die Frage auf, wie man sich auf dem Friedhof häuslich einrichten kann. In „Seachange” von Uwe Teske geht es um ein isländisches Fischerdorf, dessen Bewohner nach der Finanzkrise um ihre Existenz kämpfen.

Eine siebenköpfige Jury unter dem Vorsitz des Namensgebers des Stipendiums, Gerd Ruge, wählte die Kinoprojekte aus. Der Dokumentarfilm solle aus dem „Mauerblümchendasein” der letzten Zeit herausgeholt werden, sagte die Geschäftsführerin der Filmstiftung, Claudia Droste-Deselaers. Angesichts des technischen Fortschritts wie 3 D in Kinos sei es auch für Doku-Filme „überlebenswichtig, den Anschluss an technische Möglichkeiten nicht zu verpassen”.

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