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Römer verloren massenhaft Sandalennägel

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Hedemünden. Die Legionäre, die vor rund 2000 Jahren das Römerlager bei Hedemünden in Niedersachsen bevölkerten, haben offensichtlich auf Schritt und Tritt Sandalennägel verloren.

Von den kleinen Metallstiften, die das Schuhwerk der Soldaten zusammenhalten sollten, wurden schon mehr als 1200 gefunden, sagte der Göttinger Kreisarchäologe Klaus Grote am Donnerstag. Im vergangenen Jahr machten die Sandalennägel erneut einen Großteil der Metallfunde im Römerlager bei Kreis Göttingen aus.

Aber auch sonst haben die Archäologen wieder reiche Beute vorzuweisen. Bei Grabungen und systematischen Suchaktionen mit Metall-Detektoren wurden 2009 vor allem militärische Gegenstände wie Lanzenschuhe, Beinschienen, Katapultbolzen oder Pfeilspitzen entdeckt, sagte Grote. Hinzu kamen Werkzeuge wie Meißel und Messer, Teile einer Pionierschaufel sowie ein Stück Goldblech. Besonders wertvoll ist eine Buntmetallmünze.

Insgesamt wurden in dem 2003 entdeckten Römerlager am Hochufer der Werra außer den Sandalennägeln bislang 1600 Metallteile gefunden. Darunter befanden sich auch Münzen und Schmuck, besonders seltene und wertvolle Legionärsdolche, Pionier-Äxte und eine einzigartige Fessel aus Metall, mit der Gefangenen zugleich Kopf und Hände gefesselt werden konnten.

Als kleine Sensation unter Fachleuten gilt die jüngste Entdeckung eines aus Steinquadern gefertigten Kellers, sagte Grote. Dabei handele es sich vermutlich um einen siloartigen Erdspeicher für Lebensmittel, die gekühlt werden mussten. „Etwas derartiges hatten wir hier nicht erwartet.”

Da die Forschungsförderung ausläuft, werde es in diesem Jahr keine Grabungen auf dem 25 Hektar umfassenden Areal des Römerlagers geben, sagte Grote. Die Funde, zu denen auch Keramikreste und Amphorenscherben gehörten, würden jetzt weiter ausgewertet. Mittelfristig sollen die interessantesten Stücke in einer Dauerausstellung im Welfenschloss von Hann.Münden gezeigt werden.

Nach bisherigen Erkenntnissen hatte der römische Feldherr Drusus das Lager vor rund 2000 Jahren errichten lassen und von dort aus Feldzüge gegen die Germanen Richtung Elbe unternommen.
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