Rock mit der Axt geschwungen

Von: Bernd Schuknecht
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Skurrile Typen, aber die Musik ist gut: Angus (rechts) und Malcolm Young von AC/DC bei ihrem Konzert in Düsseldorf. Foto: Thomas Brill

Düsseldorf. Zwölf Minuten haben AC/DC gebraucht, via Internet alle Tickets ihrer „Black Ice Tour” in Deutschland verkaufen, allerdings nur zwölf Sekunden, um bei der NRW-Premiere den Düsseldorfer ISS-Dome samt der gut 12.000 Fans in eine brodelnde Rock-´n´-Roll-Hölle zu verwandeln.

Selbst auf den Rängen hat es während der knapp zwei Stunden kaum jemanden auf dem Sitz gehalten. AC/DC stehen mächtig unter Dampf und lassen es schnörkellos geradeaus krachen.

Ihr Hard Rock oder Rock ´n´ Roll - so nennen sie selbst ihre Musik - ist aus echtem Holz, wobei jedoch keinesfalls mit dem Schnitzmesser filigran zu Werke gegangen wird, sondern eher die Axt geschwungen wird. Auf Technik und instrumentales Können wird trotzdem nicht verzichtet, denn gerade beim Rock ´n´ Roll ist Einfaches mitunter sehr schwer.

Angus Young gibt noch immer den blässlichen, hyperaktiven Jungen in Schuluniform. Er wibbelt und tänzelt herum, als hätte jemand die Bühne unter Starkstrom gesetzt. Was ein wenig nach Autismus aussieht, ist aber in Wirklichkeit exzellente Teamarbeit, vorrangig mit seinem Bruder Malcolm, mit dem er gemeinsam immer wieder gitarristische Glanzpunkte zelebriert.

Brian Johnson scheint das Singen im Hechelkurs für angehende Mütter gelernt zu haben. Er presst und presst und presst, und heraus kommt ein heiseres Bellen. Die Rezeptur ist seit Jahrzehnten die gleiche. Wer für ein Konzert mal seinen Kopf vergessen und sich rein physisch auf archaische Rocksounds einlassen kann, der kommt voll auf seine Kosten, die Stimmung ist grandios.

Man erlebt ein leichtes Taubheitsgefühl, zugleich aber auch das überwältigende Gefühl, ein Rock-´n´-Roll-Naturereignis überlebt zu haben.
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