Würselen - Rebekka Bakken: Jeder Tag ist für sie musikalisch

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Rebekka Bakken: Jeder Tag ist für sie musikalisch

Von: Sabine Rother
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Viel mehr als eine „Country-L
Viel mehr als eine „Country-Lady”: Mit „September”, ihrem neuen Programm, kommt die norwegische Sängerin Rebekka Bakken zum Festival auf Burg Wilhelmstein. Foto: Agentur/Axelsson

Würselen. „Nein”, sagt Rebekka Bakken fröhlich, „das Landleben ist zwar wunderschön, und natürlich fühle ich mich hier in Schweden sehr wohl, aber ich lebe doch weiterhin in New York, wo ich mich sehr zu Hause fühle.”

Die Sängerin und Songwriterin ist mit ihren Solo-Alben und Tourneen von Erfolg zu Erfolg gereist, aber sie bleibt, wie sie ist - herzlich, sensibel, gefühlvoll und offen für alle Eindrücke dieser Welt. Kürzlich erschien mit „September” ihre inzwischen fünfte Produktion, die auch im Mittelpunkt des Konzertes am Freitag, 27. Juli, 20 Uhr, im Rahmen des Musikfestivals auf der Open-Air-Bühne von Burg Wilhelmstein in Würselen Bardenberg stehen wird (Tickets siehe Box rechts). „Ich kann mich noch gut an das letzte Konzert dort erinnern, was für ein schöner Ort”, schwärmt sie im Gespräch mit unserer Zeitung. „Das Publikum und ich, wir kamen uns unglaublich nah, das war sehr besonders.”

Auch in diesem Jahr freut sie sich auf diese Begegnung, zu der sie nicht nur Songs der neuen Produktion vom hymnenartigen Titel, der der CD den Namen gab, bis zum jazzigen „Driving” mitbringt, sondern auch ein paar Überraschungen im Gepäck hat - natürlich auch wieder etwas in ihrer Muttersprache Norwegisch. „Ja, das muss doch sein”, betont sie.

Die neue CD? Sie ist zögerlich, wenn sie einen Vergleich oder vielleicht sogar eine Rangfolge zu den anderen (zuletzt erschien 2009 „Morning Hours”) sucht. „Die jeweils neueste Produktion ist mir immer die liebste, weil ich ihr so nah bin, ich spiele ja selbst dabei Klavier, das ist für mich sehr wichtig.” Wenn sie am Klavier sitzt, komponiert sie, die Verbindung ist innig. „Dabei spiele ich überhaupt nicht so gut, aber das macht nichts”, sagt sie bescheiden.

Mit Malcolm Burn als Produzent hat sie sich diesmal einem Profi zugewandt, der bereits für Daniel Lanois und Bob Dylan erfolgreich aktiv war. „Man ist ja im Studio sehr eng beisammen, da muss man sich hundertprozentig verstehen”, betont die Sängerin. „Das klappte mit Malcolm sofort. Ich kam mit meinen Songs, er ging an die Arbeit, und das Ergebnis spricht für sich. Ein selbstverständlicher Vorgang, wir haben gut harmoniert, und das ist bei solch einem kreativen Prozess das Wichtigste.” Auffallend sind in der Liste der zwölf eingespielten Titel drei Cover-Versionen: Jane Siberrys Ode „Love Is Everything”, Bruce Springsteens „The Wrestler” und die bekannte Pop-Hymne „Forever Young”, die die Band Alphaville bereits 1984 kreierte.

Intellektueller Prozess

„Vielleicht ist es ein Wagnis, einen so bekannten Song auszuwählen”, so die Künstlerin, die jedoch ganz genau weiß, was sie will. „Diese drei Songs begleiten mich tatsächlich schon sehr lange, ich liebe sie, und ich hatte den großen Wunsch, sie in meiner Weise zu singen. Ich war dabei ganz sicher, dass ich das konnte, das muss man besonders beim Covern von Songs sein, es ist ein intellektueller Prozess.”

Mit großer Musikalität und Interpretationskraft überwindet Rebekka Bakken leidenschaftlich gern musikalische Grenzen. Hin und wieder wird sie in Interviews so zitiert, als ob sie es nicht gern hört, wenn man sie als Jazz-Lady bezeichnet. „Das stimmt gar nicht”, antwortet sie amüsiert. „Jazz gehört zu meiner musikalischen Welt, aber ich lasse mich einfach nicht gern in eine Schublade stecken, ich variiere, und da ist ganz klar der Jazz dabei, das ist doch etwas Lebendiges.”

Und noch eins stimmt nicht - dass sie ungern über Musik spricht, im Gegenteil. Wenn Rebekka Bakken erzählt, spürt man, wie sehr sie in ihrer Musik lebt, sie täglich neu erfindet, ihre Ideen, Kompositionen und poetischen Texte sortiert und weiterentwickelt. „Und genau das tue ich zum Beispiel, wenn ich hier auf dieser Farm in Schweden bin, bevor ich wieder auf Reisen gehe. Ich wache täglich mit tausend neuen Ideen auf.” Das Image der „Country-Lady”, wie es besonders von den PR-Fotos (Cowboy-Hut, Jeans) geprägt wird, nimmt sie nicht allzu erst. „Na ja, das ist hübsch und bequem, ich mag es, aber ich bin ja nun wirklich keine Country-Sängerin. Die einen bringen mich mit Folk, die anderen mit Chanson in Verbindung, aber das sind nur wenige Facetten.”

Musik ist für sie Erfahrung, die sie immer wieder neu und frisch machen möchte, ein Spektrum der großen, lebendigen Gefühle in Verbindung mit höchster Professionalität. Und das möchte sie auch beim Abend auf der Burg-Bühne ihrem Publikum vermitteln.
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