Quadriennale: Kunstmetropole Düsseldorf feiert sich selbst

Von: Reinhard Kleber, dapd
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Quadriennale Düsseldorf Werner Lippert
Der Direktor des NRW-Forums Düsseldorf, Werner Lippert, ist auch mit dabei. Die Ausstellung in seinem Haus „The Red Bully” über die Beziehungen zwischen dem US-Fotografen Stephen Shore und der Düsseldorfer Fotografie-Szene in den siebziger und achtziger Jahren ist Bestandteil der Quadriennale. Mit der ersten Quadriennale hatte Düsseldorf ein ambitioniertes Kunstfestival ins Leben gerufen, das auch überregional viel Lob einheimste. Nach dem gelungenen Einstand startet nun am Samstag die zweite Ausgabe der Quadriennale. Foto: dapd

Düsseldorf. Die Premiere vor vier Jahren war ein voller Erfolg. Mit der ersten Quadriennale hatte Düsseldorf ein ambitioniertes Kunstfestival ins Leben gerufen, das auch überregional viel Lob einheimste. Nach dem gelungenen Einstand startet am Samstag (11. September) die zweite Ausgabe.

Unter dem Leitgedanken „kunstgegenwärtig” wollen zehn Museen oder Kunsthäuser sowie mehr als 30 Galerien zeigen, welche Wirkungen das Düsseldorfer Kunstschaffen auf die internationale Kunstszene hatte und hat.

„Die Resonanz in den acht Kunsthäusern war damals überraschend gut. Wir hatten 380.000 Besucher - und das mit dem etwas sperrigen Thema Der Körper in der bildenden Kunst”, erinnert sich der Direktor des NRW-Forums Düsseldorf, Werner Lippert, der auch die Pressearbeit für die Quadriennale übernommen hat. Dieses Jahr sei das Thema des Kunstfestivals jedoch enger und präziser gefasst.

Und auch das Ziel ist klar definiert: „Die Quadriennale will die Impulse, die in den vergangenen 50 Jahren von Düsseldorf auf die Kunstwelt ausgingen, nochmals aufscheinen lassen”, erläutert Lippert. „Dabei wollen wir vor allem zeigen, dass diese Impulse bis heute wirken und dass die jungen Kunsttendenzen auch immer in Düsseldorf lebendig waren.” Dazu passt das Angebot der beteiligten Galerien: „Alle präsentieren Künstler, deren Arbeiten in Deutschland noch nicht ausgestellt waren.”

Die NRW-Landeshauptstadt habe in der Nachkriegszeit stets zur „Vorhut der zeitgenössischen Kunst” gehört und „immer neue Impulse gesetzt”, ergänzt Lippert. Als Beispiele nennt er die Ausstrahlungskraft der Düsseldorfer Kunstakademie, die Zero-Bewegung, Joseph Beuys, das Fotografen-Ehepaar Becher und Nam June Paik, „den Godfather der Videokunst”.

Als ein Highlight der bis Januar 2001 laufenden Quadriennale hebt Lippert die Ausstellung „Joseph Beuys. Parallelprozesse” in der Kunstsammlung NRW K20 hervor. „Beuys ist ja in Düsseldorf nicht immer vom Feinsten behandelt worden, die Schau wirft nun ein intensives Scheinwerferlicht auf seine Leistungen”, sagt der gebürtige Mönchengladbacher, der seit seinem 20. Lebensjahr in Düsseldorf lebt und sich selbst als „Lokalpatrioten” bezeichnet. Schließlich habe Beuys „nicht nur großartige Skulpturen und Zeichnungen geschaffen”, sondern sei „auch ein prozessual denkender Künstler” gewesen. Eine Chance zur „Wiederentdeckung” sieht der 59-jährige Kunstexperte auch bei Nam June Paik: „Viele kennen ihn als Video- und Lichtskulpturenkünstler, aber er hat zum Beispiel auch die Musik beeinflusst.” Die Paik-Ausstellung im „museum kunst palast” löst exemplarisch den Anspruch der Quadriennale ein, den Bezug zur Gegenwartskunst herzustellen, stellt sie doch flankierend auch die jungen Künstler vor, die den Paik Award gewonnen haben.

Nicht unerwähnt lässt Lippert, der das NRW-Forum Düsseldorf seit 1998 leitet, die Präsentation des eigenen Hauses. Die Ausstellung „The Red Bully” über die Beziehungen zwischen dem US-Fotografen Stephen Shore und der Düsseldorfer Fotografie-Szene in den siebziger und achtziger Jahren wolle „die internationale Leistung der Becher-Schule in einem neuen Licht zeigen”. Zugleich solle sie die Einflüsse von außen auf die Düsseldorfer Fotografen herausarbeiten: „Dabei geht es vor allem um die New Colour-Fotografie von Stephen Shore, der erst aufgrund der Freundschaft zu Bernd und Hilla Becher in Deutschland so bekannt wurde.”

Im Schumannsaal des „museum kunst palast” findet am 10. September die feierliche Eröffnung der Quadriennale statt, zu der viele prominente Künstler erwartet werden. „Ab 20 Uhr sind alle teilnehmenden Museen bei freiem Eintritt geöffnet, und um Mitternacht steigt die große Quadriennale-Party”, berichtet Lippert.

Die Stadt Düsseldorf finanziert das leicht vergrößerte Kunstfestival mit rund 4,6 Millionen Euro. Im Hinblick auf die Besucherresonanz des Festivals gibt sich Lippert vorsichtig: „Wenn wir 300.000 Besucher erreichen, fangen wir an, uns zu freuen. Ich glaube auch, dass wir das erreichen.”
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