Würselen - Puppini Sisters bezaubern auf Burg Wilhelmstein

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Puppini Sisters bezaubern auf Burg Wilhelmstein

Von: Stefan Schaum
Letzte Aktualisierung:
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Puppini Sisters: Kate Mullins (v.r.), Marcella Puppini und Stephanie O´Brien. Foto: Stefan Schaum

Würselen. Alles schon mal da gewesen? Sicher. Künstlerische Innovation sieht anders aus? Geschenkt. Damit haben die Puppini Sisters nichts am zumeist federgeschmückten Hut. Die drei Damen zelebrieren den Sound der 30er und 40er Jahre und frischen ihr nostalgisches Remmidemmi gern mit ein paar Popsongs auf.

Eine muntere Mischung, die auf Burg Wilhelmstein glänzend unterhält.

Dass die legendären amerikanischen Andrew Sisters die Inspiration der Sängerinnen Marcella Puppini, Stephanie O´Brien und Kate Mullins sind, bleibt keine Sekunde lang verborgen. Von der Bühnengarderobe - Glitzerkleider, Federhütchen, knallig roter Lippenstift - bis hin zum markant-mehrstimmigen Gesang wird dem Vorbild gehuldigt.

Ohne jedoch - und das ist der Kunstgriff der Puppini Sisters - zur bloßen Kopie zu verkommen. Zu frisch wirkt bei aller Vertrautheit ihre Musik, zu spontan geraten die Showeinlagen, die trotz aller Choreographie immer wieder Platz zur Improvisation lassen.

Und wenn die Britinnen zum Einstieg den Song „Bei mir bist du schön” auf Deutsch anstimmen, ist der Charme-Bonus schon mal gewaltig. Bei aller vorgetragenen Leichtigkeit: Die stimmliche Leistung dahinter ist enorm.

Ob bei der kongenialen Interpretation von Kate Bushs „Wuthering Heights” oder Blondies „Heart Of Glass” - den Puppinis geht kein Ton durch die Lappen. Selbst wenn sie zum Tänzchen am Bühnenrand antreten oder beim Gang durch die Sitzreihen emsig mit den Herren im Publikum flirten.

Für Musiukgenuss sorgt auch die dreiköpfige Band. Taktsicher von Jazz bis Bossanova, von Swing bis Blues, arbeiten sich Gitarrist Martin Kolarides, Bassist Nick Pini und Schlagzeuger Henry Tyler durch die Songs. Hier und da bleibt jedem Luft für ein kurzes Solo, doch niemand traut sich ernsthaft, den Damen die Schau stehlen. Kurzweilig sind das Wiederhören von Klassikern und der Aha-Effekt, Aktuelles ganz neu zu entdecken. Allein die Gloria-Gaynor-Hymne „I Will Survive” wirkt ohne den prägenden Disco-Beat ein wenig blutleer. Doch dem Spaß tut das keinen Abbruch.
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