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Pointensicher in die neue Saison: Das Da Theater stellt Spielplan vor

Von: Eckhard Hoog
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Aachen. 53.000 Zuschauer in 490 Vorstellungen, Auslastung 97 Prozent: Das Aachener Das Da Theater ist gerade dabei, eine Rekordsaison einzufahren. „Wir gehören nicht mehr im klassischen Sinne zur freien Szene“, stellt Theater-Chef Tom Hirtz angesichts der breiten Wertschätzung fest, die der Bühne auch seitens der städtischen Politik entgegenschlägt.

Zwar liegt der öffentliche Zuschuss immer noch unverändert bei 50.000 Euro jährlich bei einem enorm angewachsenen Gesamtetat von 750.000 Euro – aber: „Es hat gute Gespräche gegeben“, erklärt Hirtz zufrieden. Die neue Kulturdezernentin Susanne Schwier war auch schon da. „Es gibt vorsichtige Perspektiven. Es ist nicht mehr so, dass wir täglich in den Abgrund blicken.“

Keine Zeit für Klagen

Keine Zeit für Klagen also bei der Vorstellung des neuen Spielplans, der in der kommenden Saison eine Produktion mehr, insgesamt neun Stücke, umfasst.

Los geht es am 18. September mit Wolfgang Borcherts „Draußen vor der Tür“, mit motiviert durch die Tatsache, dass es auch in unseren Tagen Kriegsheimkehrer gibt – nicht aus Russland, sondern aus Afghanistan. Ein Thema, bei dem „Schüler eine Auffrischung vertragen können“, findet Hirtz. Die Bühne wird für das Stück extra auf 16 Meter Breite und sieben Meter Höhe erweitert.

Zwei Stücke für Kinder stammen diesmal von Cornelia Funke, sie gehören eher zu den unbekannteren Werken der Hamburger Kinderbuchautorin: „Kleiner Werwolf“ für Menschen ab sechs und „Das Piratenschwein“ für Kinder ab drei Jahren. Die Mischung aus Schauspiel und Puppenspiel hat im September ihre mobile Premiere in einem Kindergarten und geht dann auf Tour durch die Kitas der Region.

Als Aachener Erstaufführung geht „NippleJesus“ von Nick Hornby am kongenialen Schauplatz über die Bühne: inmitten der dann aktuellen Ausstellung des Ludwig Forums. Das Stück dreht sich um ein skandalöses Kunstwerk – eine Jesusdarstellung aus Hunderten weiblicher Brustwarzen. Hirtz: „Da werden die Mechanismen des zeitgenössischen Kunstbetriebs mit pointensicherer Leichtigkeit infrage gestellt.“

Die musikalische Produktion thematisiert mit der Revue „Summer of Love“ die wilden 60er Jahre in Deutschland mit den Klängen der Zeit – von den Stones bis zu Heintje.

Einen Beitrag zur Inklusion liefert Das Da mit einem „Theaterprojekt für Menschen mit und ohne Behinderung“, wie es heißt: „Peter Pan“, in Zusammenarbeit mit dem Verein für Körper- und Mehrfachbehinderte Aachen e.V.

Große Pläne verfolgt Das Da schließlich mit einem ganz neuen Projekt: Gegründet wird ein Theaterpädagogisches Zentrum für die Städteregion Aachen (TPZ), angesiedelt im ehemaligen Bürotrakt des Das-Da-Theatergebäudes an der Liebigstraße, der ab Juni eigens umgebaut wird. Damit will man der großen Nachfrage von Kitas, Schulen, Kindergärten, aber auch Privatpersonen nach Kursen und Workshops zu Theater, Film, Bewegung und Tanz entgegenkommen.

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