Pinkpop: Stones haben sogar ihren eigenen Koch

Von: Thomas Vogel
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Es ist und bleibt sein Baby: Jan Smeets (69), Organisator von Pinkpop, will weitermachen, solange seine Gesundheit das zulässt. Foto: Thomas Vogel

Landgraaf. Mit zwei Paukenschlägen bricht die Festivalsaison jedes Jahr über Fans herein: Rock am Ring auf der einen, Pinkpop auf der anderen Seite der Grenze. Pfingsten – den Eindruck könnte man gewinnen – ist zum Rocken da. Einer, der das möglich macht: Jan Smeets, Veranstalter von Pinkpop.

In diesem Jahr haben er und sein Team mehr Stress als in den Jahren zuvor. Das liegt nicht nur am Headliner, den Rolling Stones, die Freitagabend auf dem Aachen Maastricht Airport landen sollten.

„Natürlich, die Stones haben viele Sonderwünsche“, sagt Smeets. Welche? Kein Wort darüber kommt über seine Lippen – das ist die Absprache mit der Band, und daran hält er sich penibel. Immerhin gibt es einen Ruf zu verlieren. Einen Ruf, der sogar Künstler nach Landgraaf lockt, die eigentlich keine Festivals mehr spielen wollten. Bruce Springsteen zum Beispiel, der zuletzt vor zwei Jahren da war.

Eine andere Sache kann Smeets aber preisgeben: Die Musiker-Kombo um Mick Jagger darf sich auf feines holländisches Essen freuen. Ein Top-Koch werde sich alleine um die Stones kümmern. „Das war aber keine Forderung der Band“, stellt er klar. Smeets selbst hat es arrangiert, als Service, damit die Stars sich wohlfühlen. Vier Jahre hatte der 69-Jährige daran gearbeitet, sie zu Pinkpop zu holen, bis es endlich geklappt hat.

Der Stress, den Jan Smeets in diesem Jahr mehr denn je in den letzten Tagen vor Eröffnung des Festivals hat, ist auf eine Entwicklung bei Festivals generell zurückzuführen: „Es muss immer alles besser sein als vorher.“ Ein einfaches Beispiel: Die schwarzen Absperrbänder sind durch bunte ersetzt worden, damit alles freundlicher aussieht. Die mussten extra gedruckt werden. Wenn der Drucker seine Sache nicht macht wie geplant . . . für einen Neudruck bleibt keine Zeit. „Für drei Tage wird das alles einfach zu viel“, sagt er.

Die Anzahl der Bühnen meint er damit nicht. Drei waren es bisher immer, in diesem Jahr werden es vier sein. Für Dance und Elektro wollte Smeets die vierte Bühne eigentlich reservieren, um den Besuchern ein noch abwechslungsreicheres Programm zu bieten. Das habe nicht ganz geklappt, aber immerhin hat der Organisator einige hochkarätige DJs gewinnen können.

Die Medienanfragen haben in diesem Jahr zugenommen. Natürlich wegen der Headliner Rolling Stones und Metallica, sagt Smeets. Die Journalisten „wollen alles wissen: Wann kommen die, wo schlafen die, wie sehen die Zimmer aus, was kosten ihre Partys?“ Das sagt Jan Smeets nicht – Abmachung mit dem Management der Künstler. „Die Stones“, erzählt Smeets nicht ohne Stolz, „geben nur 14 Konzerte – 13 in Europa, eins in Tel Aviv“. Es ist also tatsächlich etwas Besonderes, die Briten im Programm zu haben.

Besonders ist auch die Entourage, mit der die Stones anreisen. Jan Smeets: „Die haben das größte Team dabei, das wir hier je hatten – unglaublich.“ Erstaunlicherweise trifft das nicht aufs Equipment zu. Das mietet der Veranstalter nach den Vorgaben der Musiker, darunter auch eine große LED-Wand. Die Metal-Band Metallica indes bringe ihre eigene, viel größere mit. „Die Stones haben das gehört und haben nun gesagt: ‚Wir wollen auch einen größeren LED-Schirm.‘“ Es war Glück, dass ein noch größerer LED-Schirm verfügbar war als der, den Smeets bereits gemietet hatte. Er konnte tauschen.

Glück wird er voraussichtlich auch mit dem Wetter haben. „Lekker warm“ bis sehr heiß soll es werden. Genug gutes Wasser aus Süd-Limburg jedenfalls sei vorhanden, sagt Jan Smeets. Das werden die Fans selbstverständlich kostenlos genießen können.

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