Oktobermusik mit Rehmanns „Missa Gloria Dei“

Von: Pedro Obiera
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Aachen. An den 50. Todestag von Theodor Bernhard Rehmann erinnerte der Domchor im Rahmen seiner traditionellen Oktobermusik im voll besetzten Aachener Dom.

Dass Rehmanns „Missa Gloria Dei“ in ein Pontifikalamt zu Allerheiligen eingebettet wurde, gab der Musik einen besonders würdigen und feierlichen Rahmen. Und angesichts der straffen Struktur des Werks ließ es sich vorzüglich in die liturgische Feier integrieren.

Rehmann setzte in seiner Amtszeit als Domkapellmeister von 1930 bis zum seinem Tod 1963 starke Akzente. Seiner 1942 entstandenen Messe für Chor, Orchester und Solisten hört man die Schrecken der Zeit an. Es ist eine flehende, in sich gekehrte Musik ohne festlichen Glanz. Ein stilles Glaubensbekenntnis, harmonisch tonal fest verwurzelt, aber emotional zwischen Skepsis und Gottvertrauen schwankend, das sich durchweg auf der Höhe vergleichbarer Kompositionen von Arthur Honegger oder Karl Amadeus Hartmann bewegt.

Domkapellmeister Berthold Botzet hat diese Ehrenbezeugung vor seinem Vorgänger mit viel Sorgfalt einstudiert, auch wenn sich der Klang aus der Empore des Doms recht diffus ausbreitete. Unterstützt wurde der Domchor wie gewohnt von Mitgliedern des Aachener Sinfonieorchesters.

Dass die beiden Gesangssolisten, die es nicht leicht hatten, sich in dem verschwommenen Klangbild mit Chor und Orchester zu verständigen, weder auf Handzetteln noch auf den Homepages des Domchores oder der städtischen Musikdirektion Erwähnung fanden und auch die Informationen zu Rehmanns Werk äußerst spärlich blieben, zeugt dagegen von einer ärgerlichen Lieblosigkeit.

Ergänzt wurde das Chorprogramm der Liturgie durch ein „Te Deum“ des in diesem Jahr aus dem Amt geschiedenen Domorganisten Norbert Richtsteig. Ein knappes Werk für konzertierende Orgel und Chor, das sehr kräftig und hoffnungsvoll startet, aber nachdenklich endet. Eine dankbare Aufgabe für den neuen Domorganisten Michael Hoppe.

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