Neu aufgestellt zu attraktiven Siegtreffern

Von: Eckhard Hoog
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Vervollständigt das Team am Ludwig Forum: Kunstvermittler Holger Otten, neben (v.l.) Annette Lagler, Brigitte Franzen und Anna Sophia Schultz. Foto: H. Kroemer

Aachen. Um es sportlich zu formulieren: Das Aachener Ludwig Forum hat sich neu aufgestellt. Chef-Coach Brigitte Franzen stellte am Donnerstag den neuen Co-Trainer vor, der den Posten des klassischen Museumspädagogen ersetzt und künftig als „Kurator für Kunstvermittlung” neues Publikum erobern soll.

Damit ist das Führungsteam komplett: Mit Holger Otten, Nachfolger von Irmgard Gehrke, und den beiden Kuratorinnen Annette Lagler und Anna Sophia Schultz wird bei der Planung von Projekten erstmals stets von Anfang an ein professioneller „Kunstvermittler” direkt beteiligt.

Das wird sich bei der Ausstellung des Kunstpreisträgers Aachen Pawel Althamer im Dezember bereits so auswirken: Eine Aktion des polnischen Künstlers mit Kindern wird nicht bloß ein „Nebenprodukt” der Präsentation sein, sondern „gehört zu seinem Werk dazu” (Otten).

Der Blick des Teams richtet sich jetzt auf die zweite Halbzeit des Jahres, die am 12. September mit einem Architektur-Projekt angestoßen wird: „West-Arch”.

Dabei flankt die junge Architekturszene Westdeutschlands, Belgiens und der Niederlande ihre Visionen in die große Schauhalle des Hauses - und gibt so Einblicke in die frischen Ideen und Arbeitsweisen einer in den siebziger Jahren geborenen Baumeister-Generation. Eine Mannschaft aus 30 Beteiligten wird dabei nicht nur mit klassischen Medien wie Zeichnungen und Modellen arbeiten, sondern auch mit 1:1-Modellen den Raum erobern.

Aachen als Stadt der Architektur kommt durch die Teilnahme der Fakultäten von RWTH und Fachhochschule zum Zuge. „Bauen interessiert grundsätzlich”, ist sich Brigitte Franzen sicher und erwartet ein breites Interesse des Publikums. Holger Otten wird auch hier mit verantwortlich sein für ein reichhaltiges Rahmenprogramm, wobei dem Kino und ständigen Film- und Video-Präsentationen künftig mehr Offensivqualitäten gegeben werden soll.

Den Raum der hauseigenen Sammlung Ludwig deckt die Dreier-Reihe Franzen-Lagler-Schultz gemeinsam ab, inspirierend aufgeteilt gegenwärtig in die Bereiche Natur/Kunst, Landschaft und „Becoming visible” in den Obergeschossen - hier Kunstwerke, die in vielerlei Hinsicht Gegensatzpaare bilden.

Blick nach vorne: Das höhepunktsetzende Finale der kommenden Projekte bildet das 20-jährige Jubiläum des Ludwig Forums 2011, für das bereits jetzt die Strategie abgesteckt worden ist: „Hyper Real” heißt eine der beiden Ausstellungen zum großen Festjahr. Fotorealismus und Fotografie, zumal die amerikanische Spielart, sollen dabei für attraktive Momente sorgen und die Ästhetik des modernen Lebens dokumentieren.

Die Siegtreffer wird im Oktober 2011 schließlich eine Ausstellung einfahren, die umfassend darstellen will, welch Quell kreativer Impulse in Aachen in den sechziger und siebziger Jahren sprudelte, als Köln und Düsseldorf noch in der künstlerischen Steinzeit dämmerten: „Nie wieder störungsfrei! Aachen - Avantgarde seit 1964”, betreut von Annette Lagler.

Waren das Zeiten, als sich Joseph Beuys im Audimax beim Publikum eine blutige Nase holte, nur weil er mal eben ein Klavier angebohrt hatte. Als Klaus Honnef der verstaubten Gesellschaft in Aachen mit seinem „Gegenverkehr” entgegenfuhr...... An diese Aufbruchszeit wird dann erinnert. Spannende Ausblicke!
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