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Morgenstern-Trio begeistert bei Quintessence

Von: Thomas Beaujean
Letzte Aktualisierung:

Aachen. Wegen der Arbeiten an einer neuen Beleuchtungsanlage im Krönungssaal des Aachener Rathauses musste die Kammermusikreihe Quintessence in den Saal des Hauses der Dommusik ausweichen.

Der Verlust an Reiz des besonderen Ambientes wurde aufgewogen durch die besseren akustischen Gegebenheiten, was angesichts des umfangreichen Klavierparts ein großer Vorteil war.

Das junge Morgenstern-Trio mit Catherine Klipfel (Klavier), Nina Reddig (Violine) und Emanuel Wehse (Violoncello) war nicht zum ersten Mal Gast bei Quintessence.

Was dieses junge Ensemble auszeichnet, wurde gleich zu Beginn des Trios Es-Dur Nr. 10 von Joseph Haydn deutlich: Eine große technische Disziplin und Genauigkeit paart sich mit Spielfreude und Spontaneität.

Blieb das bei dem zweisätzigen Werk noch in klassisch ausformulierten und genau artikulierten Bahnen, so brach diese übersprudelnde Spielfreude endgültig durch bei Felix Mendelssohn Bartholdys Trio d-moll mit seinem hochvirtuosen Klavierpart, den die famose Catherine Klipfel mit einer faszinierenden und mitreißenden Brillanz absolvierte, ohne sich dabei in den Vordergrund zu drängen.

Im Zusammenspiel mit ihren Partnern gelang eine vorbildliche, intensive, von großem Engagement geprägte Wiedergabe, die auch im Hinblick auf klangliche Differenzierung keine Wünsche offen ließ

Bei Johannes Brahms Klavierquartett g-moll kam mit dem Bratscher Vladimir Mendelssohn ein weiterer Partner hinzu, was gelegentliche Auswirkungen auf die ansonsten fabelhafte Homogenität des Ensembles hatte.

Da gab es bisweilen kleine Artikulationsdifferenzen. Ansonsten war die Wiedergabe geprägt von überschäumendem Temperament, das beim Finale, dem Rondo alla Zingarese, kaum noch zu bremsen war und das Publikum geradezu von den Stühlen riss.

Das bedeutete allerdings nicht, dass es mit Temperament sein Bewenden gehabt hätte. Auch hier mangelte es keineswegs an klanglicher und dynamischer Schattierung, am Ausloten der emotionalen Kontraste des bei der Komposition noch jugendlichen und frisch in Clara Schumann verliebten Brahms.

Ein wunderbarer und mitreißender Konzertabend, der einmal mehr vor Augen führte, welch hervorragende junge Kammermusikformationen in Deutschland existieren.
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