Aachen - Mit Leichtigkeit und Schönheit

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Mit Leichtigkeit und Schönheit

Von: Thomas Beaujean
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Ein Weltstar in Aachen: Sopranistin Anne Schwanewilms mit ihrem Klavierpartner Charles Spencer im Krönungssaal. Foto: Andreas Schmitter

Aachen. Einer persönlichen Bekanntschaft verdankte das Publikum der Aachener Kammermusikreihe Accordate die Begegnung mit der international renommierten Sopranistin Anne Schwanewilms, die zusammen mit ihrem Klavierpartner Charles Spencer einen Liederabend im Krönungssaal des Rathauses gab. Der Ehemann der Sängerin ist Aachener, und die Gattin ließ sich gerne davon überzeugen, in der Geburtsstadt ihres Mannes aufzutreten.

Dabei könnte man meinen, dass der Liedgesang nicht unbedingt die Domäne einer Sopranistin ist, die im dramatischen Fach in den größten Opernhäusern der Welt zu Hause ist. Anne Schwanewilms hatte ausgewählte Lieder von Gustav Mahler, Franz Liszt und Richard Strauss zusammengestellt, verzichtete dabei auf Zyklen und auf allzu Bekanntes.

Schon bei der ersten von zwei Gruppen von Wunderhorn-Liedern Mahlers wurde deutlich, dass die Sängerin über eine überragende Gesangstechnik verfügt, die sie in die Lage versetzt, sämtliche Nuancen der Lieder scheinbar mühelos wiederzugeben. Die bruchlose Durchgängigkeit der Lagen, die Leichtigkeit der Höhen, die genaue Kontrolle des Vibratos, die Sicherheit der Intonation, die Makellosigkeit des Legatos und schließlich die Schönheit ihres hellen Timbres machen sie zu einer überragenden Liedersängerin.

Das alles paart sich mit einer adäquaten und intelligenten Gestaltungskunst, die bisweilen die Opernsängerin nicht verleugnet. Das mag bei der ersten Mahler-Liedgruppe, deren bewusst schlichte Naivität schon aus den Kompositionen spricht, sogar etwas überzogen wirken. Bei allen anderen Liedgruppen war die Interpretation absolut überzeugend, zumal sie mit hoher Textverständlichkeit einhergeht.

In Charles Spencer hatte die Sängerin einen gleichwertigen Klavierpartner, der die assoziativen Stimmungen und die literarischen Ausdeutungen des Klavierparts vor allem bei Mahler und Liszt mit großer klanglicher Sensibilität ausleuchtete. Besonders dankbar erwies sich dabei der Klavierpart der Liszt-Vertonung von Heinrich Heines „Loreley“. Eines der wenigen bekannteren Lieder beschloss den Abend: „Allerseelen“ von Richard Strauss, bei dem Anne Schwanewilms noch einmal ihre tiefe Verbundenheit mit dem Komponisten eindringlich zum Ausdruck brachte.

Angesichts der Bravo-Rufe und Standing Ovations des Publikums gewährten die beiden Musiker die Zugabe eines weiteren Strauss-Liedes.

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