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Mit jungen Jahren bereits auf dem Gipfel des musikalischen Könnens

Von: Thomas Beaujean
Letzte Aktualisierung:

Aachen. Mit „Gipfelstürmer” war das dritte Konzert der Kammermusikreihe Accordate im wieder einmal voll besetzten Krönungssaal des Aachener Rathauses überschrieben.

Und Gipfelstürmer sind sie in der Tat, die drei blutjungen Musiker des Saguaro Klaviertrios. Freilich nicht in der Weise, wie man es bei solch jugendlichen Menschen erwarten könnte: mit überschäumendem Temperament und einer vitalen Körpersprache.

Im Gegenteil: Die Geigerin Luanne Homzy, der Cellist Peter Myers und der Pianist Johannes Chen präsentierten sich in einer Abgeklärtheit, die reiferen Ensembles gut zu Gesicht gestanden hätte.

Mit dieser Grundhaltung bot das Ensemble Interpretationen, deren spieltechnische Makellosigkeit, perfekte klangliche Ausgewogenheit und stilistische Sicherheit geradezu beängstigend wirkten. Zu welchen Gipfeln wird die weitere Entwicklung sie wohl noch führen?

Klaviertrios von Mozart, Ravel und Brahms standen auf dem Programm. Vom ersten Ton von Mozarts Trio G-Dur KV 496 an gelang es dem Pianisten Johannes Chen, auch unter den schwierigen akustischen Bedingungen eine ideale Klangbalance zwischen Flügel und Streichinstrumenten zu erzeugen und damit Letzteren die in Mozarts Kammermusik gewachsene Bedeutung und Eigenständigkeit zuzugestehen.

Absolut natürlicher Ausdruck

Das Mozartspiel der drei war geprägt von einer Noblesse und Natürlichkeit des Ausdrucks, von jener Selbstverständlichkeit in Artikulation und Phrasierung, die bei Mozart so leicht erscheinen und doch so schwer zu erzielen sind.

Maurice Ravels einziges Klaviertrio a-Moll ist ein Höhepunkt der Gattung im 20. Jahrhundert. Das Raffinement der Klangfarben, die Überlagerung unterschiedlicher Rhythmen, der Reichtum der Formen und die Stringenz der Konstruktion machen das Werk zu einem spannenden Hörerlebnis, zumal dann, wenn es in einer so perfekten, idiomatischen, die Balance zwischen interpretatorischem Kalkül und vitaler Verve in geradezu klassischer Weise wahrenden Interpretation zu erleben ist wie durch das Saguaro Trio.

Ausgewogenheit des Klangbildes prägten auch die Wiedergabe des Klaviertrios Nr. 2 C-Dur von Johannes Brahms, wobei dem Pianisten Johannes Chen auch hier das Kunststück gelang, den vollgriffigen Klaviersatz klanglich im Zaum zu halten und seinen beiden Streicherkollegen volle klangliche Entfaltung zu ermöglichen.

So entsteht eine Interpretation, die jedem der vier Sätze ihr individuelles Profil gibt und bei aller klanglichen Delikatesse den typischen satten Brahmsklang nicht unterdrückt.

Dem hingerissenen Publikum gewährten die drei die Zugabe des leicht salonhaften dritten Satzes aus dem frühen Klaviertrio von Claude Debussy.
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