Meisterfiedler unter sich: David Garrett als „Teufelsgeiger” Paganini

Von: Cordula Dieckmann, dpa
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David Garrett
David Garrett geht unter die Schauspieler - in der Rolle des Violinvirtuosen Paganini, der die Frauen mit seinen Fiedelkünsten schier um den Verstand bringt. 2013 soll „Der Teufelsgeiger” ins Kino kommen - mit viel Musik und natürlich viel Leidenschaft. Foto: dpa

Aachen/München. An Selbstbewusstsein mangelt es David Garrett nicht. Die Bühne hat er mit seinem Geigenspiel schon erobert. Nun will der Violinstar seine Fans im Herbst 2013 auch auf der großen Leinwand ins Schwärmen bringen. Noch knapp zwei Wochen lang steht der 32-Jährige für den Kinofilm „Der Teufelsgeiger” vor der Kamera, erst in Regensburg, danach in Italien.

Unter Regie von Bernard Rose („Boxing Day”) spielt er den berühmten Niccolò Paganini (1782-1840), der die Menschen im 19. Jahrhundert mit seinen furiosen Geigenkünsten begeisterte, aber auch ängstigte. Garrett hat das zehn Millionen Euro teure deutsch-österreichische Projekt nicht nur gestartet, sondern auch die Musik ausgewählt und neu arrangiert. „Das war ein Lebenstraum, diese Figur zu spielen”, sagt er am Filmset auf dem Bavaria-Gelände in Grünwald bei München.

Es ist heiß in der riesigen Halle. Staub liegt in der Luft und es riecht durchdringend nach Pferdemist. Immer wieder rattert eine Kutsche übers Kopfsteinpflaster, dazu klackernde Pferdehufe und wütendes Geschrei. Aufgebrachte Frauen skandieren böse Parolen, begleitet von Trommeln. Ihr Zorn richtet sich gegen Paganini, den Geigenvirtuosen.

So meisterhaft beherrscht er sein Instrument, dass es nicht mit rechten Dingen zugehen kann. Scharenweise kippen die Frauen bei seinen Konzerten um - vor Begeisterung. Er habe einen Pakt mit dem Teufel geschlossen, raunt man sich in London zu. Als auch noch der Verdacht aufkeimt, Paganini könnte eine Minderjährige verführt haben, zieht die empörte Menge vor seine Wohnung, um gegen den Teufelsgeiger zu protestieren.

Mit gebeugtem Kopf eilt Garrett alias Paganini von der Haustür in die wartende Kutsche, bewacht von seinem zwielichtigen Manager Urbani (Jared Harries) und seinem Londoner Impresario Watson (Christian McKay). Seine blonden Haare sind dunkel geworden, umrahmen sein Gesicht, das halb von einer dunklen Brille und Barthaaren verdeckt ist. Dazu trägt er ein weißes Hemd, schwarze Hosen und einen langen, schwarzen Pelzmantel. „Die Soße läuft mir runter, ich habe mindestens schon fünf Kilogramm abgenommen”, stöhnt Garrett.

Doch ansonsten ist er sehr entspannt. Dass er vorher noch nie geschauspielert hat - kein Problem. „Bernard hat von Anfang an gesagt: „Das ist deine Rolle, du kannst das””, erzählt er. Das findet auch Garrett selbst - vor allem dank der vielen Parallelen, die er zwischen sich und Paganini ausgemacht hat. Beide sehr früh mit der Violine vertraut, beide vom Elternhaus zu Höchstleistungen angespornt und außerordentlich begabt. „Und er war derjenige, der angefangen hat, das Instrument populär zu machen. Da habe ich auch ein paar Parallelen zu mir gesehen.”

Von Schauspielstunden vor dem Dreh hatte ihm Rose abgeraten - aus Angst, Garrett könnte Spontaneität und Natürlichkeit einbüßen. So beschränkte sich der Musiker in New York auf Atemübungen. Froh war er auch über die vielen Musikszenen zu Beginn in Wien, die er alle auch tatsächlich live vor laufender Kamera spielt. „Da hat man sich ein bisschen eingegroovt und mittlerweile ist das fast schon Alltag”, sagt er und lacht. Sein Ziel: „Visuell authentisch und soundmäßig so geil wie möglich” zu sein, „dass das geiler ist, als alles andere, was jemals aufgenommen worden ist und das meine ich, geschafft zu haben - bin ich jetzt mal so arrogant, zumindest musikalisch.”

Seine Schauspielkollegen sind angetan, allen voran Veronica Ferres, die den Streifen mit ihrer neuen Firma Construction Film auch coproduziert. Im Film ist sie als Watsons Geliebte maßgeblich daran beteiligt, dass Paganini nach London kommt, auch wenn der Impresario heimlich ihren ganzen Familienschmuck versetzt, um den Star bezahlen zu können. „Paganini war der erste Rockstar seiner Zeit und hat sich auch so aufgeführt”, sagt Ferres. Garrett sei in dieser Rolle wunderbar: „Er lebt mit Leidenschaft für die Musik und das macht er einfach großartig.”

Apropos Leidenschaft: Davon soll es im Film auch einiges zu sehen geben bis hin zu nackten Tatsachen - galt Paganini doch als großer Frauenheld. „Ich habe direkt mit freizügigen Szenen angefangen. Da war ich ganz entspannt”, erzählt Garrett. „Splitterfasernackt. Fand ich schön.” Und es geht auch um die echte Liebe mit Watsons Tochter, der Sängerin Charlotte. „Ich bin die, die er wirklich liebt, die ihm Grenzen setzt, so dass wir uns im Film zwar nahe kommen, aber keine Nacktszenen haben”, berichtet die junge Darstellerin Andrea Deck, für die es die erste Filmrolle ist. Und sie verrät etwas, worum sie viele weiblichen Garrett-Fans wohl beneiden werden: „Aber natürlich küssen wir uns. Und er ist ein wunderbarer Küsser, ein großes Vergnügen.”
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