Mönchengladbach - Meister der Emotion: Xavier Naidoo in Mönchengladbach

Meister der Emotion: Xavier Naidoo in Mönchengladbach

Von: Walter Hagena
Letzte Aktualisierung:
Sänger, kein Prediger: Xavier
Sänger, kein Prediger: Xavier Naidoo. Foto: Andreas Baum

Mönchengladbach. „Schau mir nochmal in die Augen, Baby, bevor du gehst.” Mit der ersten Zeile, die Deutschlands Soul-Bruder Nr. 1 den 15 000 Fans im Mönchengladbacher Hockey Park vorsang, war eines schon klar. Xavier Naidoo hat das Momentum, wie man im Sport derzeit gerne sagt.

Seine tiefe Emotionalität trifft den Nerv seiner Fans, seine beeindruckende Stimme ebenso. Er liefert an diesem warmen Sommerabend - die Veranstalter hatten sympathischerweise erlaubt, dass man Getränke mit ins Stadion bringen durfte - seine größten Erfolge ab, und das sind nicht wenige.

„20 000 Meilen” ist noch immer beeindruckend, die neuen, härteren Arrangements tun gut, und wenn der Mannheimer „Du führtest uns aus dem Tal, erhöre die Gebete, 20 000 Mal” intoniert, wird klar, warum man Xavier auch wie das englische „Saviour” aussprechen kann.

Ein Erlöser ist der Sänger vielleicht nicht, aber dass man ihm Bibel-Referenzen vorgeworfen hat, mutet seltsam an. Anleihen ans Buch der Bücher haben eine lange literarische Tradition, und Spiritualität schätzt man bei anderen Künstlern sehr.

Naidoo ist an diesem Abend nicht mal ein Prediger, bedankt sich nur beim Publikum („Ihr beflügelt uns”), das euphorisch reagiert, wenn er „Sie sieht mich nicht” vorträgt. Der Video-Backdrop besteht aus körnigen, verschmierten Live-Bildern, die fast futuristisch wirken.

Vor diesem eher strengen Hintergrund geraten die Songs umso gefühlvoller; des Öfteren zieht Naidoo alle Register seiner mächtigen Stimme, die vom trockenen Ton bis fast zum Schrei anschwellen kann.

Seine Band begleitet ihn auf allen Wegen, ein paar aufdringliche Rock-Soli auf der Gitarre und ein paar aufheulende Synthies kann man da verschmerzen.

Mit „Seine Straßen” und den legendären (wenn man des Sängers Vorliebe für schnelle Autos bedenkt) Zeilen „und eure schlecht gebauten Pfade machen es dem Thronwagen schwer” endet ein bemerkenswertes Konzert.
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