Würselen - Mathias Richling provoziert auf Burg Wilhelmstein

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Mathias Richling provoziert auf Burg Wilhelmstein

Von: Nina Krüsmann
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Bissig: Kabarettist Mathias Richling in Würselen. Foto: Nina Krüsmann

Würselen. „Rauchen, Essen, Trinken, Fotografieren – alles verboten“, zählt Mathias Richling auf, als er die Bühne von Burg Wilhelmstein betritt. Seine Anspielung auf das Nichtraucherschutzgesetz und die Verbotsschilder auf der schwarz-rot-gold gedeckten Tafel irritieren das Publikum zunächst.

Picknickfreudige Stammgäste der Burg verstecken für einen Moment ihr Weinglas und die Käsepicker. Nicht Charme, sondern Provokation ist Richlings Stärke – und damit trifft er schon bald den Nerv seiner Zuhörer. Von CDU bis FDP bekommen alle Politiker ihr Fett weg und schnell ist klar: Den scharfzüngigen Richling live zu erleben, ist ungleich besser als im Fernsehen.

Doch was steckt eigentlich hinter dem Richling-Code, nach dem der rund zweistündige Kabarettabend benannt ist? Spricht der Protagonist in Rätseln, wenn er in flotter Folge einen Politiker nach dem anderen zu Wort kommen lässt? Das Würselener Publikum lauscht gespannt dem Reigen aktueller Beobachtungen des Geplänkels vor der Bundestagswahl. Ohne den technischen und maskenbildnerischen Schnickschnack seiner Fernsehauftritte gibt sich Richling unverfälscht. Nicht nur die Kon-trolle des Staates über die Bürger hat er im Auge, sondern auch das, was jeder moderne Bürger aus seiner Freiheit macht: „Die legen sich heute bei Facebook und Twitter ihre eigene Stasi-Akte an.“

Als Parodist und vor allem Stimmenimitator tut Richling sich hervor, wenn er Kanzlerin Angela Merkel oder FDP-Politiker Rainer Brüderle im Interview mit einem chinesischen Reporter aufs Korn nimmt. Ohne Pause, Punkt und Komma schlägt er den Bogen von betrügerischen Doktorarbeiten bis zu Projekten wie der Elbphilharmonie, Stuttgart 21 und dem Berliner Großflughafen. Angesichts des Schuldenbergs könne man schon mal darüber nachdenken, ob Griechenland nicht besser einen Rettungsschirm über Deutschland spannen sollte . . .

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