Kornelimünster - Lustvoller Umgang mit Farbe und Pinsel

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Lustvoller Umgang mit Farbe und Pinsel

Von: Eckhard Hoog
Letzte Aktualisierung:
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Bis 3. Januar in der ehemaligen Reichsabtei Kornelimünster zu sehen: Bilder, Skulpturen, Zeichnungen der Düsseldorfer Künstlerin Hannelore Köhler zu ihrem 80. Geburtstag. Foto: Andreas Herrmann

Kornelimünster. „Sie ist nicht weltberühmt geworden, aber dennoch eine sehr gestandene Künstlerin von Rang”, so würdigt Maria Engels, die Leiterin der „Kunst aus Nordrhein-Westfalen” in der ehemaligen Reichsabtei Kornelimünster Hannelore Köhler, der sie die letzte Ausstellung des Jahres widmet.

In der Tat: Wer wird schon weltberühmt? Ein Freundeskreis gab den Anstoß, der großen alten Dame der Düsseldorfer Kunstszene zu ihrem 80. Geburtstag diese Ehre zu erweisen. Und weil Hannelore Köhler im Förderankauf-Fundes des Landes NRW in der Reichsabtei vertreten ist, griff Maria Engels die Anregung gerne auf. Gleichzeitig gezeigt wird zum Ende des Jahres der Grafik eine ganz besondere Sammlung von 60 Blättern vieler tatsächlich sehr berühmt gewordener Künstler aus NRW: Gerhard Richter, Sigmar Polke, Karl Otto Götz und wie sie alle heißen.

„Junge Realisten”

Mit der abstrakten, zumal informellen Malerei der Zeit hat die 1929 in Heilbronn geborene Hannelore Köhler nichts am Hut, als sie Anfang der fünfziger Jahre an der Düsseldorfer Kunstakademie als Meisterschülerin von Otto Pankok studiert. Dem liegt auch eher eine Malerei à la Vincent van Gogh. Wie Pankok schätzt Köhler in den frühen Jahren eine sehr zurückhaltende Farbigkeit.

Flächig, konturiert setzt die Künstlerin, die 1956 die Gruppe „Junge Realisten” mitbegründet, voluminöse Tiere und Menschen ins Bild, die meist still kauern und selbst zu verharren scheinen, wenn sie auf dem Motorrad sitzen. Diese zurückhaltenden Figuren, die ein mehr beobachtendes, stilles Verhältnis zur Welt pflegen, und von ihr mit viel Humor und Ironie beobachtet werden, ziehen sich durch ihr gesamtes Werk - Ausdruck offenbar eines Menschenbildes, das sich tief in die Seele der Künstlerin eingegraben hat.

Auch Plastiken umschreiben zumeist blockhaft einen Ausdruck von Zurückgezogenheit. Die jüngsten Bilder belegen dagegen einen lustvollen, fröhlich getupften und leicht hingestrichenen Umgang mit Farbe und Pinsel Sehenswert auch die Tuschezeichnungen von markanten Gebäuden in Nordrhein-Westfalen, die sich Mitte der 60er im Auftrag des Landes angefertigt hat.

Die 60 Grafiken von Richter, Polke & Co. sind einmal auf Initiative des NRW-Kultusministeriums als Anschauungsmaterial - sogenannte „Schul-Drucke” für Schüler in Auftrag gegeben worden. Aufbewahrt und nun erstmals derart umfangreich präsentiert werden sie heute als einzigartige und kunsthistorisch bedeutende Dokumente deutscher Grafik der frühen siebziger Jahre in Kornelimünster aufbewahrt.

„Hannelore Köhler - zum 80. Geburtstag” und „Schul-Drucke” des Landes NRW. Ausstelllung in der ehemaligen Reichsabtei Kornelimünster, Abteigarten 6. Eröffnung: Samstag, 28. November, 16 Uhr. Dauer: bis 3. Januar 2010. Geöffnet:Di./Mi. 10-13 u. 15-17 Uhr, Sa. 15-18, So. 12-18 Uhr und nach Vereinbarung 02408/6492.
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