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Ludwig Mies van der Rohe: Dickes Programm für einen Visionär

Von: vm
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Aachen. Es gibt eine Straße und eine Schule, die seinen Namen tragen und eine Gedenktafel an seinem Elternhaus - aber sonst erinnert im Aachener Stadtbild nichts daran, dass der international gefeierte Architekt und Designer Ludwig Mies van der Rohe in Aachen aufgewachsen ist.

Wenn man bedenkt, dass er zu den Persönlichkeiten Aachens gehört, die die stärkste Strahlkraft entwickelt haben, mag das zusätzlich überraschen.

Zu seinem 125. Geburtstag am Sonntag, 27. März, soll sich das ändern. Eine ganze Reihe von Initiativen hat sich zusammengetan und mit der Stadt Aachen ein Programm auf die Beine gestellt, das den Visionär und sein Werk würdigt. Am Dienstag wurde es im Aachener Rathaus vorgestellt.

Ein Höhepunkt unter vielen ist die Sonderausstellung in der Sparkasse Aachen „Ein Mies-Haus für Nolde”, in dessen Mittelpunkt der bislang nur wenig bekannte Entwurf für ein Privathaus in Berlin-Dahlem steht. Der Maler Emil Nolde hatte Mies van der Rohe 1929 dazu den Auftrag gegeben. Professor Rudolf Bertig von der RWTH Aachen stellt neu erarbeitete Modelle und Rekonstruktionen des nie realisierten Baus vor.

Am Vorabend des Geburtstags, am 26. März, findet zwischen 16 und 18 Uhr eine öffentliche Podiumsdiskussion im Aachener Ludwig Forum (Jülicher Straße 97-109) statt. Unter dem Titel „Mies - Häuser, die Geschichte machen” diskutieren Zeitzeugen, Bauhistoriker und Architekten über Entstehung, Lebensgeschichte und Aktualität von Mies-Bauten. Bernd Mathieu, Chefredakteur unserer Zeitung, moderiert die Veranstaltung.

Bei der Ausstellungseröffnung einen Tag später, in der Sparkasse Aachen am Münsterplatz am Dom um 13 Uhr, wird Mies-Enkel Dirk Lohan einen Vortrag halten. Hierfür ist eine Voranmeldung beim Mies-van-der-Rohe-Haus Aachen erforderlich: 0241-62188 oder info@mies-van-der-rohe-haus-aachen.de per Mail.

Die Ausstellung geht bis zum 15. April.

Das Atelierhaus zeigt zum Jubiläum die Ausstellung „bin raus, wir sehen uns in brno” mit berühmten Mies-Bauten, die der Architekt Mark G. Kall aufgenommen hat. Die Ausstellung endet am 27. März, bei der Finissage am Freitag, 25. März, findet um 16 Uhr in der Süsterfeldstraße 99 ein Podiumsgespräch mit dem Philosophen Jürgen Kippenhan zur „Kunst des Reisens” statt.

In den Räumen, in denen Mies vermutlich seine ersten Stukkaturen gezeichnet hat und vermutlich sein Talent entdeckt wurde, wird bis zum 30. April sein Schüler Werner Blaser mit Schwarzweiß-Fotografien der bekanntesten Mies-Bauten vertreten sein: in der Galerie „Freitag 18.30”, ab Freitag, 25. März, um 18.30 Uhr, in der Steinkaulstraße 11.

Rund um den Barcelona Chair dreht sich die Ausstellung im Couven Pavillon am Lousberg, Belvedere Allee 1. Sie wird schon am Sonntag, 20. März, um 11 Uhr mit Professor Gerda Breuers Vortrag „Vom Sitzmöbel zum Kultobjekt” eröffnet und geht bis zum 17. April. Bei der Finissage referiert Professor Friederike Deuerler über handwerkliche Details des Stuhls.

Eine Interview-Serie unter dem Titel „Mies privat - Zeitzeugen berichten” will die Aachenerin Gisela Anger ins Leben rufen. Zwei Menschen, die Mies kannten, hat sie bereits gefunden, wer ihr bei der Suche helfen möchte, kann sie unter der Telefonnummer 0241/46368645 erreichen. Die Ergebnisse ihrer Recherche sollen in einem Buch veröffentlicht werden.

Unsere Zeitung widmet Luwdig Mies van der Rohe außerdem am Samstag, 19. März, eine Magazin-Ausgabe.

Festakt im Krönungssal des Aachener Rathauses

Die Stadt Aachen will Ludwig Mies van der Rohe und sein Werk am Sonntag, 27. März, um 11.30 Uhr im Krönungssaal des Aachener Rathauses ehren. Sprechen wird etwa Prof. Gerda Breuer von der Universität Wuppertal.

Wie Oberbürgermeister Marcel Philipp am Dienstag mitteilte, ist der Besuch des Festakts zwar in erster Linie geladenen Gästen vorbehalten, einen begrenztes Kontingent an Plätzen steht aber der breiten Öffentlichkeit zur Verfügung. Es wird unter der Telefonnummer 0241/43276-23 oder -26, per Fax unter -29 oder per E-Mail unter protokoll-aachen@mail.aachen.de um Anmeldung gebeten.

Zuvor findet um 10 Uhr das Hochamt im Aachener Dom statt.
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