Liebesreigen in der Shakespeare-Bar

Von: Grit Schorn
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Frivoles Tänzchen im Theater K: Mona Creutzer und Jochen Deuticke als Hippolyta und Theseus in Shakespeares „Sommernachtstraum. Foto: Ludwig Moll

Aachen. Am Ende war die Begeisterung riesengroß. Zwischendurch aber wunderte sich mancher Gast über das anfänglich irritierende Treiben auf der opulenten Bar-Bühne, die die Zuschauer mitten hinein in die sinnestrunkene Feier einer Sommernacht frei nach Shakespeare katapultierte.

Liebe, Hiebe und Triebe, ein Hauch von Bukowski, dem amerikanischen Trinker-Dichter, und live gesungene Lieder aus den 1930er Jahren verschmolzen zu einer bravourösen Revue.

Verwirrung und Magie

Der von Wolfgang Franßen inszenierte Verwandlungstraum ließ die Theaterbesucher fast wie Kinder staunen - die Zusammenhänge zwischen höfischem Leben, der erotisch aufgeladenen Wald- und Feenwelt und den Verwechslungsspielen in der Shakespeare-Bar waren keineswegs immer klar. Doch so schienen Verwirrung und Magie um so „zauberhafter”.

Das Konglomerat aus verschiedenen Übersetzungen machte das über 400 Jahre alte Komödien-Gerüst leicht und frisch. Und das Ensemble konnte in schummriger Bar-Atmosphäre herrlich auftrumpfen. Wunderbar komisch Barbara Portsteffen als Handwerker Zettel, der von Puck einen Eselskopf verpasst bekommt.

Aus dem Waldgeist Puck wird hier eine närrische Bar-Dame (erotisch und witzig: Annette Schmidt), die ihren Gästen gefährliche Liebestropfen verabreicht. Ein Trank, der die zufällig als erste erblickte Person zum Objekt der Begierde macht. Was natürlich zu unglaublichen Verwirr- und Verwechslungsspielen führt...

Geradezu sinnverwirrend agieren Mona Creutzer und Jochen Deuticke als Hippolyta und Theseus, die gemeinsam die Bar betreiben. Denn sie sind auch gleichzeitig Elfenkönigin Titania (Deuticke) und Elfenkönig Oberon (Creutzer).

Travestie und Transvestiten stellen alles auf den Kopf, und das deftige Bäumchen-wechsel-dich-Spiel der Liebespaare Hermia und Lysander (Eva Weissenböck und Christian Cadenbach) sowie Helena und Demetrius (Dagmar Rösch und Stephan Wurfbaum) offenbart die Anarchie des Eros.

Mit ebenso grandioser wie unaufdringlicher Komik erfreut Beate Lohse als uriger Handwerker Squenz. Die fantastischen Kostüme stammen von Gabi Jacobi.

Kaum enden wollender Applaus für das gelungene Traumspiel.

Shakespeares „Ein Sommernachtstraum” ist noch am 4., 5., 6. , 14., 18., 19., 21., 24., 26. und 27. November im Aachener Theater K in der Bastei, Ludwigsallee 139, zu sehen.

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