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Kunst gibt Martin Schulz Kraft für Visionen

Von: Detlef Drewes
Letzte Aktualisierung:
Schätze der Heimat im  Brüss
Schätze der Heimat im Brüsseler Büro: Martin Schulz stellt Werke des Aachener Ludwig Forums aus, etwa den Grass-Zyklus „Nachruf auf einen Foto: EP

Brüssel. Die neunte Etage ist sein Reich. Dort residiert Martin Schulz (SPD) seit zwei Monaten, im „Präsidialbereich” des Europäischen Parlamentes in Brüssel, wo sich die Staats- und Regierungschefs aus aller Welt die Klinke in die Hand geben.

„Was kann es Schöneres geben, als gerade an dieser Stelle eine Auswahl der außergewöhnlichsten Schätze meiner Heimat ausstellen zu können?” Mit diesen Worten eröffnete der Würselener nun eine Ausstellung, die bis zum Ende seiner Amtszeit in zweieinhalb Jahren die ausländischen Gäste zu sehen bekommen: 30 Kunstwerke, die das Ludwig Forum Aachen als Leihgaben zur Verfügung stellt.

„Eine repräsentative Auswahl beeindruckender Werke der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts”, sagte Schulz vor etwa 60 geladenen Gästen, darunter Aachens Ex-Oberbürgermeister Jürgen Linden und Sabine Verheyen, frühere Bürgermeisterin der Kaiserstadt und heutige Europa-Abgeordnete.

Neben Roy Lichtensteins „Hopeless” hängen Matthias Hochs „Leipzig” und Lars Breuers „Skizze für Studierende”. Im geräumigen Büro des Präsidenten haben zwei Zeichnungen von Günter Grass Platz gefunden. Den Mittelpunkt, so Schulz, bildet eine zeitgenössische Abschrift der „Ode an die Freude” aus dem Literaturarchiv Marbach, die das Beethoven-Haus Bonn mit einer Partitur der heutigen Europa-Hymne komplettiert. „Ich wünsche mir”, sagte Schulz, „dass genau diese Freude von hier aus auf die Besucher überspringt.”

Die Gründer des Ludwig Forums wollten auch politisch wirken. „Welcher Ort wäre dafür besser geeignet, als das Europäische Parlament, wo sich die Menschen treffen, die das Schicksal unseres Kontinents gestalten”, sagte Stiftungspräsident Walter Queins. „Die Gründer verstanden Kunst und Kultur als Beitrag zur Völkerverständigung”, ergänzte Direktorin Bettina Frantzen. „Es ist uns eine große Ehre, hier präsent zu sein.”

Dabei sorgte die Ausstellung schon vor der Eröffnung für muntere Diskussionen im Parlamentsgebäude: Bei der Inszenierung der Kunstobjekte stießen die Arbeiter des Hauses auf die Skulptur „Lichttrommel”. „Sollen wir das Ding wegräumen?”, fragten sie im Büro des Präsidenten nach, wie Schulz schmunzelnd berichtete. „Aber dann begannen wir zu diskutieren, und sie haben verstanden, warum wir stolz sind, auch dieses Kunstwerk hier zeigen zu können.” Man wolle nämlich Diskussionen auslösen, wolle über die Darstellungen reden und ins Gespräch kommen.

Der Präsident des Europäischen Parlamentes hat das Recht, den Präsidialbereich des Gebäudes während seiner Amtszeit nach seinen Vorstellungen zu gestalten. Schulz meinte, er werde in Momenten, in denen „man mal tief Luft holen muss”, vor die Bilder und besonders das Notenblatt treten und „hoffen, dass die ?Ode an die Freude wieder Kraft gibt, Visionen von Europa zu bekommen”.
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