Amsterdam/Aachen - Kulturhauptstadt 2018: Die erste große Hürde ist jetzt geschafft

Kulturhauptstadt 2018: Die erste große Hürde ist jetzt geschafft

Von: Eckhard Hoog
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Hocherfreut: Jürgen Linden, Aufsichtsratsvorsitzender der Kulturhauptstadtpartner. Foto: Krömer

Amsterdam/Aachen. Die erste große Hürde ist geschafft: Das Projekt „Maastricht & Euregio Kulturhauptstadt 2018“ kann in die zweite Runde gehen, nachdem am Freitagnachmittag die Jury der niederländischen Regierung eine wegweisende Entscheidung getroffen hat: Von den fünf Bewerbern um die Kulturhauptstadt 2018 wurden drei ausgewählt: Eindhoven, Leeuwarden und eben Maastricht & Euregio.

Gescheitert sind Den Haag und die Stadt Utrecht, die von vielen Beobachtern als Favorit gehandelt wurde. „Ich bin sehr glücklich“, sagte uns Guido Wevers, der künstlerische Leiter des Projekts, am Telefon.

Und auch die Regio Aachen ist selig: „Wir nehmen die Entscheidung der Jury mit großer Freude zur Kenntnis“, teilte Manfred Bausch, stellvertretender Geschäftsführer der Regio Aachen, mit und versprach: „Wir werden weiterhin mit allen Kräften daran arbeiten, den Titel zu bekommen.“

Alle fünf Bewerber hatten sich jeweils eine halbe Stunde lang der Jury mit einer Präsentation plus einer anschließenden einstündigen Fragerunde gestellt. Die 13 Juroren – sechs aus den Niederlanden und sieben aus anderen Mitgliedsstaaten der Europäischen Union – zeigten sich dabei sehr erstaunt über die „Komplexität“ der Bewerberschaft aus Maastricht und der Euregio, erzählte uns am Abend Jürgen Linden, der Aufsichtsratsvorsitzende aller Kulturhauptstadtpartner. „Drei Länder, fünf Regionen, 13 Städte – sie fragten immer: Wie geht das? Wie kann das funktionieren?“

Aber offensichtlich hat das zehnköpfige Präsentationsteam unter der Leitung des Maastrichter Bürgermeisters Onno Hoes bestens überzeugt. „Wir waren richtig gut“, meint Linden. „Dafür bekommt man schnell ein Gefühl. Es gab eine sehr intensive Auseinandersetzung, und die Jury hat sich mehr Zeit genommen, als eigentlich vorgesehen war.“

„Der Plan B, den wir natürlich in der Tasche hatten, mussten wir gar nicht erst herausziehen.“ Plan B? Linden: „Die vielen Kooperationen, die entstanden sind, die kann uns niemand mehr nehmen. Die hätten wir auch bei einem anderen Ausgang weiter geknüpft.“

Im Mittelpunkt des vorgestellten Konzepts stand ganz klar der europäische Gedanke, was möglicherweise mit einen Ausschlag zugunsten Maastricht & Euregio gegeben hat. Linden nennt zwei wesentliche Punkte: die Vorstellung der Euregio als das modellhafte Europa der Zukunft und der geschlagene historische Bogen von 1992, dem Jahr der Maastrichter Verträge, zu 2018. „1992 waren die Lokomotivführer Richtung Europa unterwegs, aber die Passagiere waren nicht dabei.“ Nach den 92er „Verträgen der Institutionen“ sollen 2018 nun die Bürger in den Vordergrund rücken.

Und jetzt wird in der Tat nach vorne geblickt, denn die zweite Runde wird im September 2013 endgültig über den Siegerkandidaten entscheiden. Eine Delegation der Jury wird im Sommer 2013 mehrere Tage in der Euregio verbringen, um sich über Details zu informieren. Für die Organisatoren steht reichlich Arbeit an: Die Kommunikation soll ausgebaut werden, das Marketing, eine Internet-Community aufgebaut und aus den vorgeschlagenen Programmangeboten eine Auswahl getroffen werden.

Stichwort Programm: Die vier Programmlinien „Sprechen in vielen Sprachen“, „Erinnerung an das, was sein wird“, „Europa spiegeln“ und „Europa leben“ sollen nun in konkrete Programmpunkte überführt werden. Linden. „Das ist von uns fünf Leuten nicht mehr allein zu bewältigen.“ Das Team wird erweitert: „Wir setzen auf Freiwillige.“

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