Aachen/Heerlen - Künstler am Kran und unter Wasser

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Künstler am Kran und unter Wasser

Von: Eckhard Hoog
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Ein pudelnackter Tänzer in ei
Ein pudelnackter Tänzer in einem Wasserwürfel: Die zweistündige Crossover-Aufführung aus Tanz und Film des Belgiers Wim Vandekeybus am 27. August im Theater Heerlen (20.30 Uhr) gehört zu den Höhepunkten des 21. Heerlener Sommerfestivals „Cultura Nova”, das vom 26.
August bis zum 4. September mit einigen Abstechern auch in Aachen stattfindet. Foto: Danny Willems

Aachen/Heerlen. Wo Worte versagen, da fängt die Kunst an - so könnte man das Motto des Heerlener Sommerfestivals "Cultura Nova" umschreiben, dessen 21. Ausgabe vom 26. August bis zum 4. September stattfindet. Tanz, Performance, Musik, Malerei und Bildhauerei, visuelles Theater, Film - kurz: All solche Kunstformen stehen hier traditionellerweise im Mittelpunkt, die ohne eine barrierebildende, dafür mit einer universellen Sprache des Sehens oder Hörens auskommen.

Kein Wunder also, dass im vergangenen Jahr mindestens 4000 der insgesamt 38.000 Besucher aus Deutschland, vor allem aus Aachen und Umgebung kamen.

Die deutsch-niederländische Festival-Kooperation zwischen den sehr ähnlich konzipierten Reihen "Cultura Nova" (Heerlen) und "across the borders" (Aachen, bis 28. August) formiert sich dabei seit einigen Jahren über anfänglich informelle Kontakte hinaus immer mehr zu einer strukturellen Gemeinschaft.

Erstmals ist das komplette Programm von "Cultura Nova" in Aachen der deutschen und niederländischen Presse vorgestellt worden: von Rocco Malherbe und Fiedel van der Hijden aus Heerlen und Rick Takvorian, dem Veranstaltungsmanager der Stadt Aachen, der diese Zusammenarbeit mitentscheidend vorangetrieben hat.
Peter Gabriels Stamm-Musiker

Einer der Höhepunkte des Programms hat sogar Premiere in Aachen: Peter Gabriels Stamm-Musiker, der Gitarrist David Rhodes, wird in der Aula Carolina (24. August, 20 Uhr) sein Instrument während eines außergewöhnlichen Konzerts erklingen lassen, das es so noch niemals gegeben hat: Der Künstler Graham Dean, ein Virtuose der Wasserfarben, der sekundenschnell atemberaubende Bilder hinzaubern kann, lässt sich von Rhodes’ Improvisationen inspirieren.

Ihre während einer Stunde entstehende "Painting Music" wird per Videoprojektion auf die Wände der Aula Carolina, am Abend des 27. August dann auf die Fassade des Heerlener Theaters geworfen. Rick Takvorian hatte die Vision zu diesem Kunstprojekt, die sogleich den unterstützenden Beifall seines Freundes Peter Gabriel fand.

Im Theater Heerlen findet auch der Auftakt von "Cultura Nova" statt - fantasievoll, poetisch und gewürzt mit einer sehr individuellen Note von Humor: Der russische Clown Slava präsentiert seine "Snowshow", die tatsächlich auch in einem Schneesturm enden soll.

Dabei verkörpert er mit seiner wortlosen Kunst geradezu ideal den künstlerischen Ansatz und Charakter von "Cultura Nova": Wo Worte versagen, beginnt die Magie . . . Zehn Mal wird man Slava im Laufe des Festivals erleben können. Die Londoner "Times" adelte seine "Snowshow" zu einem "Theaterklassiker des Jahrhunderts".

Wenn sie am Eröffnungsabend ihr stürmisches Ende gefunden hat, geht es auf dem Vorplatz des Heerlener Theaters erst richtig los. Um 22 Uhr turnt die spanische Akrobatengruppe "Voalá Project" 50 Meter über dem Boden eine Tanz-Performance, angeseilt an der Spitze eines 200 Tonnen schweren Krans. Auch hier ist der Eintritt, wie bei gut 60 Prozent der insgesamt 150 Veranstaltungen, die von 50 Künstlergruppen gestaltet werden, frei.

"Crossover", sagt Festivalleiter Fiedel van der Hijden, "ist bei uns sehr wichtig." Tanz gepaart mit Musik, Malerei mit Performance - das zieht an unterschiedlichsten Orten mehr und mehr auch Menschen an, die eben nicht zum traditionellen Theater- oder Konzertpublikum gehören, gleichwohl aber von Kunst in all ihren Spielarten fasziniert sind.

Die schöne Zusammenarbeit mit Aachen beschenkt das Publikum dabei mit einer sechsstündigen Performance-Night im Theater (Samstag, 3. September, 21.00 bis 03.00 Uhr), die von gleich drei künstlerischen Trupps gestaltet wird: dem Hause selbst, der freien Bühne Theater K und der Toneel-academie Maastricht. Wobei die Zuschauer den Ablauf des Abends selbst mitbestimmen können.

"Cultura Nova" spricht alle Altersgruppen an, auch den Kindern sind ganze Teile des Programms gewidmet. Ein "Garten aus Musik" zum Beispiel gehört dazu, der während des ganzen Festivals täglich von 12 bis 18 Uhr gratis besucht werden kann (Heerlen, van Grunsvenplein).
Die universelle Sprache der Musik ist überdies bei täglichen Konzerten im Spiegelzelt vor dem Heerlener Theater hautnah zu erleben.

Der ultimative Tipp von Fiedel van der Hijden: die zweistündige Tanz-Film-Performance des Belgiers Wim Vandekeybus (27. August, 20.30 Uhr, Theater Heerlen) mit atemberaubender Unterwasser-Akrobatik.

Die Festivals „Cultura Nova” Heerlen und „across the borders” Aachen haben eine gemeinsame Veranstaltung, die am Mittwoch, 24. August, 20 Uhr, zum ersten Mal in der Aula Carolina, Aachen, Pontstraße, zu sehen ist.

Danach am 27. August, 22 Uhr, open air vor dem Theater Heerlen und am 11. September in Maas-tricht (Ort steht noch nicht fest): „Painting Music” mit David Rhodes (Bild, Foto: York Tillyer), Gitarrist von Peter Gabriel, und dem Maler Graham Dean. Der Eintritt ist frei.

Im Theater Aachen findet im Rahmen von „Cultura Nova” außerdem am Samstag, 3. September, von 21 bis 3.00 Uhr eine Performance-Night statt. Die in Deutsch und Englisch gehaltene Veranstaltung wird von drei Partnern gestaltet: dem Theater Aachen, dem Theater K aus Aachen und der Toneelacademie Maastricht.

Karten für diese Veranstaltung: siehe Ticketbox. Karten für die anderen Veranstaltungen des Festivals „Cultura Nova” sind am einfachsten im Internet zu buchen über http://www.culturanova.nl. Hier gibt es E-Tickets per E-Mail, die man selbst ausdrucken kann, ansonsten auch über Tel.: 0031/45/5715100.

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