Krefeld und Mönchengladbach feiern 60 Jahre Theater-Ehe

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Krefeld. Erfolgreicher Kampf gegen die Finanzkrise: Die älteste Theater-Ehe Deutschlands zwischen den Bühnen Krefeld und Mönchengladbach hat sich behauptet.

60 Jahre nach der Gründung hob der scheidende Generalintendant Jens Pesel die Theater-Gemeinschaft als modellhaft hervor. Das 1950 geschlossene Bühnen-Bündnis habe in schwierigen Zeiten den „Nachweis der Wirtschaftlichkeit” erbracht, sagte er am Donnerstag in Krefeld. Um künftig flexibler und unabhängiger von Verwaltungsvorgaben zu werden, sollen die Vereinigten Städtischen Bühnen im Sommer in eine GmbH umgewandelt werden.

Einfach ist die Bühnen-Ehe allerdings nicht: Mehrmals stand das fusionierte Drei-Sparten-Theater schon vor dem Aus. Trotz „Krisen, Kränkungen und Krächen” und drei Mal drohender Trennung hätten die beiden Theater ihre Probleme aber immer im Dialog gelöst, sagte Pesel. Zudem lägen Krefeld und Mönchengladbach nur 25 Kilometer auseinander, und es gebe nur einen Intendanten. Trotz Hindernissen könnten Produktionen inklusive Technik recht gut von einem Haus ins andere übertragen werden.

Bühnen-Fusionen sind allerdings kein Allheilmittel gegen das drohenden Theatersterben. So sei der Zusammenschluss der Theater Gelsenkirchen und Wuppertal seinerzeit nicht nur an der Entfernung beider Städte gescheitert, meinte Pesel. „Gelsenkirchen ist Ruhrgebiet und Wuppertal Bergisches Land”. Die Akzeptanz des Publikums gegenüber der jeweils anderen Bühne sei sehr gering gewesen.

Aber auch das Publikum der nahe beieinander liegenden niederrheinischen Städte Krefeld und Mönchengladbach reagiert unterschiedlich. Ein erfolgreiches Stück in Krefeld feiert in Mönchengladbach in der Regel keine Triumphe. „Das ist ein Mysterium”, sagte Pesel.

Die Oberbürgermeister von Krefeld und Mönchengladbach, Gregor Kathstede und Norbert Bude, betonten, dass der Fortbestand der Theatergemeinschaft trotz Sparzwangs habe gesichert werden können, während im Land ein Theatersterben drohe. Noch Ende 2008 hatten die beiden Bühnen kurz vor der Pleite gestanden. Erst im zweiten Anlauf hatte der Stadtrat in Mönchengladbach einen Nachtragshaushalt bewilligt und die Theater-Ehe gerettet. Grund für die zusätzlichen Kosten waren die höheren Tarifabschlüsse im öffentlichen Dienst. Bis 2015 ist die Finanzierung der beiden Bühnen nun weitgehend gesichert.

Im Sommer tritt der bisherige Intendant des Landestheaters Schleswig-Holstein, Michael Grosse, die Nachfolge Pesels an, der fast 15 Jahre Generalintendant in Krefeld-Mönchengladbach war.
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