Aachen - Justus Thorau wechselt als Kapellmeister von Aachen an die Saar

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Justus Thorau wechselt als Kapellmeister von Aachen an die Saar

Von: Hermann-Josef Delonge
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Ihn zieht es an das Staatstheater in Saarbrücken: Justus Thorau, Erster Kapellmeister und Interims-GMD in Aachen. Foto: Harald Krömer

Aachen. „Bäumchen wechsel Dich“ zwischen Aachen und Saarbrücken. Justus Thorau, Erster Kapellmeister am Theater Aachen und in der ablaufenden Spielzeit Interims-Generalmusikdirektor, wechselt zur neuen Spielzeit als einer von zwei Ersten Kapellmeistern an das Saarländische Staatstheater in Saarbrücken – und übernimmt dort den Posten, den der neue Aachener Generalmusikdirektor (GMD) Christopher Ward bislang innehatte.

Das sagte Thorau gestern unserer Zeitung. Der 31-Jährige wird dem Aachener Publikum aber noch ein Jahr erhalten bleiben; er wird sich in der neuen Spielzeit „aufteilen“ und sowohl in Aachen als auch an der Saar als Kapellmeister arbeiten.

Thorau und Ward dürften also ausreichend Themen für einen Erfahrungsaustausch haben. Dass der Tausch so zustande gekommen ist, sei reiner Zufall, sagte gestern Andrea Krempe, Pressesprecherin des Staatstheaters. Thorau habe das reguläre Bewerbungsverfahren durchlaufen. Es habe ein „deutliches Votum für ihn“ gegeben. Seine auf eine Saison begrenzte Zeit als Interims-GMD – zwischen dem Abschied von Kazem Abdullah und dem Start von Christopher Ward – nennt Thorau selbst „intensiv und bereichernd“. Das gute Verhältnis zum Orchester habe sich in dieser Zeit nicht wesentlich verändert, schließlich „haben wir schon sowohl erfolgreiche als auch herausfordernde Projekte hinter uns“, sagte Thorau, der seit 2014 in Aachen arbeitet.

„Besondere Erfahrung“

Die Verantwortung als „Chef“ sei natürlich größer, aber in keiner Weise belastend gewesen. Besonders gerne erinnert sich Thorau dabei an die Aufführung von Gustav Mahlers monumentaler „Auferstehungssinfonie“ gleich im ersten Sinfoniekonzert – eine „ganz besondere Erfahrung“ nicht nur wegen der großen Besetzung, sondern auch wegen der Möglichkeit, Aufnahmen mit der besonderen Technik des RWTH-Instituts für Kommunikationssysteme zu machen. Und an die neue Reihe „Orchester hautnah“, bei der das Publikum im Eurogress auf Tuchfühlung gehen konnte.

Thorau bereitet sich derzeit auf das achte und letzte Sinfoniekonzert der Saison vor. Am kommenden Sonntag und Montag stehen Werke von Nikolai Roslawez, Erich Wolfgang Korngold und Dmitri Schostakowitsch auf dem Programm. Vor allem auf die sinfonische Dichtung „In den Stunden des Neumonds“ des russischen Komponisten Roslawez, die 1912/1913 entstand, aber erst 1990 Weltpremiere feierte, darf man gespannt sein. Der 1944 gestorbene Komponist war in der Sowjetunion in Ungnade gefallen. Das in Aachen zu hörende Werk weise Einflüsse von Debussy, aber auch von Schönbergs Zwölftonmusik auf, sagte Thorau.

Doch dann warten ganz neue Herausforderungen auf ihn. In Aachen wird er nach den Theaterferien mit einer Inszenierung von Händels Oratorium „Il trionfo del Tempo e del Disinganno“ zu erleben sein – im Dom und anschließend auf der Bühne. In Saarbrücken wird er sein Debüt als Operndirigent im Oktober mit Korngolds „Die tote Stadt“ geben. Das Dreispartenhaus an der Saar, wo in der neuen Spielzeit mit dem Franzosen Sébastien Rouland auch ein neuer Generalmusikdirektor beginnen wird, dürfte der nächste Schritt auf der Karriereleiter des gebürtigen Berliners sein.

 

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