Eupen - Jupiter Jones und 4000 Fans trotzen dem Dauerregen

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Jupiter Jones und 4000 Fans trotzen dem Dauerregen

Von: Alexander Barth
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Ihr Auftritt bildete am Sonnta
Ihr Auftritt bildete am Sonntag den Höhepunkt beim 21. Eupen Musik Marathon: Jupiter Jones. Insgesamt fanden 4000 Musikfreunde aus der ganzen Euregio trotz des schlechten Wetters den Weg zu dem Eupener Festival. Foto: Heike Lachmann

Eupen. Jupiter Jones - offensichtlich eine glückliche Band. Nicht nur die mittlerweile erlangte Beachtung durch Radioairplay und Echo-Auszeichnung haben den fünf Südeiflern offenbar ein Dauergrinsen eingebrannt. Am Sonntag schaffte es die Truppe um Sänger Nicholas Müller dann sogar, den Dauerregen über der Eupener Innenstadt zu vertreiben.

Insgesamt feierten rund 4000 triefnasse Menschen aus der gesamten Euregio trotz widrigsten Wetters das „20-Jährige” des Eupen Musik Marathons.

Bis 19 Uhr nur Regen

Nur die wenigsten Acts bei dieser 21. Auflage des „EMM” hatten allerdings so viel Glück mit dem Wetter wie die Konsens-Punkrocker aus Cochem. Bis etwa 19 Uhr hatte kräftiger Regen die Besucher vor und die Bands auf den sieben Bühnen in der Altstadt auf eine harte Probe gestellt. Die gerade wiedererstarkten Crossover-Altvorderen Guano Apes hatten mit dem miesen Wetter offenbar deutlich zu kämpfen, was sich momentweise auch in der Spielfreude und Bühnenpräsenz von Sängerin Sandra Nasic und Kollegen buchstäblich niederschlug.

Kurz bevor die fünf aus Göttingen am frühen Sonntagabend die Hauptbühne am Eupener Werthplatz entern durften, hatte der Programm-Conférencier die Rahmenbedingungen noch unmissverständlich übermittelt: „Willkommen beim nassesten Musikmarathon aller Zeiten!” Immerhin, die Ernüchterung beim Publikum hielt sich nicht nur in diesem Moment in Grenzen. So bejubelten die zu diesem Zeitpunkt anwesenden rund 2000 Fans trotz „Schüttung” die nur leicht angestaubten Hits der großen Ära der Guano Apes. „Open Your Eyes” zündete bei druckvollem Sound ebenso wie die aktuelle Single „Oh, what a Night”.

Traditionell finden die spannendsten Momente abseits der Hauptbühne mit den meist etablierten Acts statt. Lauffreude war dabei wie eh und je gefragt beim großen Festival in der kleinen Hauptstadt der Deutschsprachigen Gemeinschaft. Bereits ab 14 Uhr stand ein dichtes Programm mit maximalem Brückenschlag quer durch die Genres auf der Agenda. Die Wetterfesten unter den 4000 sammelten sich dabei neben der Hauptbühne auch immer wieder am Parkplatz „Aufm Hund”. Hier sorgten den ganzen Tag vor allem aufstrebende Bands aus dem Indie- und Elektro-Kosmos für ein mögliches Maximum an tropfnasser Festivalstimmung. Anders als hier stand oder saß man an den anderen Schauplätzen mehr oder weniger im Trockenen.

Maximaler Kontrast dazu: Die klassisch-stimmungsvollen Konzerthappen in den beiden Kirchen der Eupener Oberstadt. Bieten sie ohnehin seit Jahren einen spannenden wie trockenen Rahmen beim „EMM”, hat man mittlerweile auch die Zuschauerflächen vor den Bühnen im Hof der Regierung sowie im Stadtpark überdacht. Glück für die Künstler und Formationen, die den Bogen von Jazz über Salsa bis Polka oder Pop spannten.

Samstags hatte das alles noch anders ausgesehen. Der Auftakt des 21. Marathon wurde mit 1500 Besuchern bei lauem Sommerabendwetter auf vier Bühnen begangen. Nicht nur die Belastbarkeit der Zuschauer wurde sonntags im Eupener Regenreigen auf die Probe gestellt. Auch die ansässigen Gastronomen haderten mit dem Wetter. Lars Brüll hatte trotzdem die Ruhe weg. Er betreibt die alteingesessene Kneipe „Pigalle” am Werthplatz, in direkter Nähe zur Hauptbühne. „Klar merken wir, dass viel weniger Leute als sonst da sind.” Sonst ist seine Außenterrasse beim Festival beliebter Treffpunkt. Jetzt suchen nur einige der Unentwegten unter den aufgestellten Schirmen Schutz.

Caro Emerald zum Schluss

Das Wetter änderte auch das Konsumverhalten der Gäste, sagt Brüll. „Ich habe noch nie so viel warmen Kakao verkauft wie in diesem Jahr”, sagt er, und ergänzt augenzwinkernd: „Das Bierchen beim Musikmarathon lassen sich die Eupener aber nicht verderben”.

Hatten schon Jupiter Jones das Glück auf ihrer Seite, riss beim krönenden Abschluss endgültig der Himmel auf. Die routinierte, stimmungsvolle Swing-Show von Caro Emerald war wie später Lohn für die wackere Sonntagsgemeinde.
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