Düsseldorf - Junge Bildhauer aus Deutschland und der Schweiz

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Junge Bildhauer aus Deutschland und der Schweiz

Von: dpa
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Ausstellung "Gipfeltreffen"
Das Kunstobjekt „phasma, 2009” von Jeanette Schnüttgen wird in Düsseldorf ausgestellt (Handout). Foto: dpa

Düsseldorf. Sieben junge Bildhauer aus der Schweiz und Deutschland hat der unterirdische Düsseldorfer Ausstellungsraum „Kunst im Tunnel” (KIT) zu einem „Gipfeltreffen” eingeladen. Die Schau ist von Samstag an bis zum 9. August geöffnet.

Von Andreas Golinski stammt eine formal minimalistische, inhaltlich abgründige Arbeit, die sich nach Angaben von KIT-Kuratorin Gudrun Peters auf die Ruhrtalbrücke bezieht. Deutlich wird dies in einem bedrückenden Film, den Golinski zur aus nackten, schwarzen Stahlträgern gebauten „Brücke” gedreht hat.

In dem ist nichts als der Raum zu sehen, in dem 1994 ein zwölfjähriges Entführungsopfer tagelang eingesperrt war - samt dem ununterbrochenen Abrollgeräusch des über die fast zwei Kilometer lange Brücke rauschenden Verkehrs.

Gleich am Eingang des KIT hat die Düsseldorferin Jeannette Schnüttgen „Phasma” installiert. Das ist ein unheimlicher Wald aus ausgesägten Bäumen und Büschen, in dem es mit vielen knubbligen Kröten aus Ton amphibisch zugeht, während hie und da ein Ameisenhügel aus dem Boden wächst.

Aus der Schweiz kommen drei der Künstler. Darunter ist David Renngli mit seinem „House of Jalousie” - ein Titel, in dem das englische Wort für Eifersucht, „jealousy”, anklingt. Zu sehen ist ein Haus aus rohen Balken und mit Jalousie, in dem die Todsünde Eifersucht getobt hat. In die Balken geritzte Inschriften wie „Maria, I love you” spielen dabei hintergründig auf die Bibel an, während ein Werk an der Wand das boulevardreife Beziehungschaos des italienischen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi zum Gegenstand hat.

Die in der Schweiz lebende Mexikanerin Ana Roldán zeigt eine Installation, in der es um die 68er in ihrem Heimatland geht: Zwei historische Fotos zeigen bei einer gewalttätig eskalierten Demonstration verhaftete Studenten, während eine gläserne Polizeiabsperrung zum „Rennen” auffordert und wie eine erloschene Hoffnung eingebrannt an der Wand „Sonne” steht.

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