Jugendliche Musizierfreude schafft bewegende Schönheit

Von: Thomas Beaujean
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Aachen. Im Preisträgerkonzert des Deutschen Musikwettbewerbs in der Reihe der Quintessence-Kammerkonzerte präsentierten sich mit Nils Mönkemeyer (Bratsche), Johannes Zurl (Klarinette) und Nicholas Rimmer (Klavier) drei junge Künstler, die sich allenfalls durch ihr unkonventionelles Auftreten und ihre jugendlich-intensive Körpersprache, keinesfalls jedoch durch Qualitätsstandards von arrivierten kammermusikalischen Formationen unterschieden.

In welchem Maße die Lobeshymnen in diversen Publikationen über den Bratscher Nils Mönkemeyer berechtigt sind, das bewies er mit seinen Kollegen im Krönungssaal des Aachener Rathauses gleich bei den einleitenden Märchenerzählungen op. 132 von Robert Schumann, die die drei mit höchster klanglicher Subtilität, feinster dynamischer Differenzierung und großer Tonschönheit vortrugen. Vor allem das dritte der vier Charakterstücke, das am Ende des Konzertes als Zugabe wiederholt wurde, war von bewegender Schönheit.

Lieder von Schumann und Mendelssohn in Bearbeitungen für Viola und Klavier - geht das? Durch Änderungen der Lagen innerhalb der Lieder, durch Austausch von Solostimme und thematischem Material im Klavierpart, wirken diese Transkriptionen höchst lebendig und facettenreich, zumal dann, wenn sie so sensibel und stimmungsvoll interpretiert werden wie von Mönkemeyer und Rimmer. Die klangliche Sensibilität in Schumanns „Mondnacht” war hinreißend, und die Transparenz des Klangbildes, mit der der Pianist Nicholas Rimmer die akustischen Probleme bewältigte, bemerkenswert.

Die herbstliche Stimmung der späten Sonate für Klarinette und Klavier op. 120/2 Es-Dur von Brahms trafen Johannes Zurl und Nicholas Rimmer durch ihre dynamische und emotionale Zurückhaltung in vorbildlicher Weise, wobei auch hier die perfekte klangliche Ausgewogenheit und Durchhörbarkeit faszinierte. Unbeschwerter ging es zu bei Mozarts originellem „Kegelstatt-Trio”, das die drei mit jugendlicher Musizierfreude interpretierten, dabei aber immer die klangliche Kontrolle wahrten. Herzlicher Beifall eines begeisterten Publikums.
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