Jazz, nachhaltig berauschend: Till Brönner und Band

Von: Thorsten Karbach
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Der Trompeter im Rampenlicht: Bei seiner Rückkehr nach Burg Wilhelmstein beschert der 42-jährige Till Brönner seinem Publikum einen erstklassigen Jazzabend. Foto: Markus Bienwald

Aachen. Im Herbst 2010 und 2011 hat er in der TV-Castingshow „X-Factor“ Musiktalente bewertet, im Sommer 2013 lässt er auf Burg Wilhelmstein wieder sein Publikum urteilen – und verdient sich Bestnoten: Trompeter Till Brönner beschert vor vollem Haus einen stimmungsvollen Abend, der von kultivierter Jazzmusik erfüllt wird – dargeboten nicht nur von einem exzellenten Trompeter, sondern von fünf erstklassigen Musikern.

„Theoretisch könnte ich auch alleine spielen, aber es ist viel, viel schöner, wenn die Jungs dabei sind“, erzählt der 42-jährige Viersener. Die „Jungs“, das sind Schlagzeuger David Haynes, Bassist Christian von Kapghengst, Pianist Jasper Soffers und Magnus Lindgren. Inbesondere Brönners Zusammenspiel mit diesem Schweden (2001 in seinem Heimatland zum Jazz-Musiker des Jahres erklärt), die ständige Auseinandersetzung der Trompete mit Lindgrens Tenorsaxofon oder Querflöte wirken nachhaltig berauschend. Die Band mag in schwarzen Anzügen elegant aufgespielt haben – farblos ist das Dargebotene ganz gewiss nicht.

Dafür agieren alle fünf Musiker viel zu spielfreudig. Die Songauswahl reicht von sanften Balladen wie „Lazy Afternoon“, die sich an einem derart lauen Sommerabend in Warmen Klangfarben entfalten können, über (wenige) brasilianische Rhythmen bei einem Ausflug zum 2008 erschienen Album „Rio“ bis hin zu den neuen, überaus dynamischen Brönner-Nummern wie „Will Of Nature“.

Viel Raum für die Band

Gut auch, dass sich der studierte Jazztrompeter auf sein Handwerk fokussiert, und seine zwischenzeitlichen Ambitionen, als trompetender Popsänger (oder was auch immer) – 2010 erschien das entsprechende Album „At The End Of The Day“ – ins Rampenlicht zu treten, auf Burg Wilhelmstein nicht zum Tragen kommen. Brönners Auftritt stützt sich auf die Klangkraft seiner Trompeten, er lässt die Instrumente das hohe Lied auf den Jazz singen. Dafür zieht er alle Register. Und lässt auf der Bühne immer auch Raum für seine Band. Beeindruckend.

Der wird zwei Stunden lang genutzt. Zu keiner Sekunde geht Brönner die Luft aus, das Urteil der mehr als zufriedenen Besucher ist eindeutig: Wie ein Theaterpublikum nach furioser Premiere erheben sie sich von den Stühlen und Bänken. Zu Recht.

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