Düsseldorf - Im Hexenkessel tanzt man Samba

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Im Hexenkessel tanzt man Samba

Von: Susanne Schramm
Letzte Aktualisierung:
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Er riss die Zuhörer in der Tonhalle von den Stühlen vor Begeisterung: David Byrne, Ex-Frontmann der Talking Heads. Foto: Thomas Brill

Düsseldorf. Es ist kein Konzert. Kein Modern Dance. Kein Bühnenstück. Und doch hat es von all dem etwas. Zusammen wird ein Ganzes daraus. Wenn einer wie David Byrne Station in der Düsseldorfer Tonhalle macht, dann kann man sich auf einiges gefasst machen.

Der Ex-Frontmann der Talking Heads (1975-1981) war schon immer für spannende Projekte gut. 1981 legte er, zusammen mit Brian Eno, „My Life In The Bush With Ghosts” vor, eine außergewöhnliche Klang-Collage, die bis heute Kult-Charakter genießt.

Dass Eno und Byrne - beide Absolventen von Kunstschulen - nun mit der CD „Everything That Happens Will Happen Today” Ende 2008 ein weiteres gemeinsames Projekt vorlegten, elektrisierte Fans auf der ganzen Welt. Auf Tour lässt sich der scheue Eno zwar nicht blicken, dafür hat Byrne reichlich Verstärkung mitgebracht.

Schlohweißer Schopf

Außer dem inzwischen 56-Jährigen sind vier weitere Musiker, zwei Backgroundsängerinnen und ein -sänger sowie zwei Tänzerinnen und ein Tänzer mit von der Partie. Elf Menschen, komplett in Weiß gekleidet, was, ganz nebenbei, perfekt mit Byrnes schlohfarbenen Schopf harmoniert.

Das Spektrum reicht von Sprechgesängen und Samples über Ethno-Exkurse und Country-Cursiva, rhythmisch fast in hypnotische Regionen reichend, eine subtile Mischung aus Verfremdung, Exotik und harten, eckigen Kanten, wie man sie von den Talking Heads her kennt. Im Hexenkessel zwitschern die Dschungel-Vögel, und der Synthie tanzt Samba.

„Poor Boy” von der letzten CD ist einer der Höhepunkte, den man - mit seinen futuristischen Choreographien - bloß als Gesamtkunstwerk bezeichnen kann. Dass im Zwei-Stunden-Format dann auch die Talking Heads ihren Platz finden, reißt die Menschen von den Stühlen. David Byrne brennt die Tonhalle nieder. Gottlob nur symbolisch.
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