Im Dialog mit Liszt

Von: Rauke Xenia Bornefeld
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Aachen. Franz Liszts ist bekannt als einer der größten Klaviervirtuosen des 19. Jahrhunderts und natürlich als Freund der Frauen. Sein kompositorisches Werk wird dagegen durchaus recht kritisch betrachtet. Für den Pianisten Andrea Bonatta kein Grund, vor einem ganzen Abend mit Klavierwerken Liszts zurückzuschrecken.

Für das Euriade-Konzert in Aachen hatte der Italiener neun Stücke aus dem Spätwerk des Jubilars des nächsten Jahres (200. Geburtstag) ausgesucht und so schon durch die Auswahl für eine starke musikalische Stringenz gesorgt.

Liszt hatte sich in seinen letzten Lebensjahren - er hatte niedere kirchliche Weihen erhalten und ließ sich seit 1865 Abbé nennen - stark mit seinem katholischen Glauben und dem Tod beschäftigt, was sich natürlich auch in seiner Musik niederschlug.

Bonatta - ein Brahms-Spezialist, der sich auch mit Schubert und Liszt gut auskennt - präsentierte die mal dramatischen (zum Beispiel „Trauervorspiel und -Marsch”), mal lieblichen Stücke (Ave Maria aus „Harmonies Poétiques et Religieuses”) mit einer großen Inniglichkeit. Jedem Ton schenkte er volle Aufmerksamkeit, begab sich sozusagen ganz im Sinne des Euriade-Mottos in einen intensiven Dialog mit Liszts Werken.

So erzeugte er einen Bann, dem sich kein Zuhörer entziehen konnte. Selbst die eher leichte und ungewöhnliche „Bagatelle sans Tonalit” machte da keine Ausnahme. Der Verzicht auf eine Pause sorgte für zusätzliche Konzentration.

Leider kamen weniger als 50 Leute in den Genuss dieser Darbietung. Diese geringe Aufmerksamkeit hatten weder Liszt, aber vor allem nicht Bonatta verdient.

Das nächste Konzert im Rahmen der Euriade bestreiten am Donnerstag, 4. November, Pavel Gililov (Klavier) und Ivan Monighetti (Cello). Sie interpretieren ab 20 Uhr im Ballsaal des Alten Kurhauses Werke von Frédéric Chopin und Robert Schumann.
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