Radarfallen Blitzen Freisteller

Hochkarätige Konzerte beim Mai Klassik Festival

Von: Thomas Beaujean
Letzte Aktualisierung:

Alsdorf. Drei hochkarätige Konzerte brachte das Mai Klassik Festival im Energeticon auf dem Zechengelände der ehemaligen Grube Anna in Alsdorf. Das Trio Testore mit Hyun-Jung Schweiker (Klavier), Franziska Pietsch (Violine) und Hans-Christian Schweiker (Cello), Initiatoren des kleinen Festivals, hatten mit Martin Spangenberg (Klarinette), Stephan Picard (Violine) und James Creitz (Viola) Freunde zum gemeinsamen Musizieren eingeladen.

Sie alle kamen zum Einsatz im ersten der drei Konzerte, das kammermusikalische Schwergewichte von Joseph Haydn, Dmitri Schostakowitsch und Johannes Brahms bot.

Das Klaviertrio C-Dur aus Haydns später Werkgruppe verlangt dem Klavierpart einiges ab, während das Cello in diesen Trios etwas stiefmütterlich behandelt wird und sich weitgehend auf eine Verdopplung des Klavierbasses beschränken muss. Die Wiedergabe durch das Trio Testore zeichnete sich durch musikantischen Schwung aus, der vor allem von der Pianistin ausging.

Nicht ganz gelöst schien hier das Problem der Klangbalance in der ohnehin etwas diffusen Akustik des ehemaligen Fördermaschinenhauses. Hier dominierte doch zu sehr der zweifellos brillant ausgeführte Klavierpart. Probleme dieser Art gab es weniger beim Klavierquintett g-moll op. 57 von Schostakowitsch. Die Darstellung des emotional ungemein dichten und packenden Werkes, bei dem sich zum Trio Testore noch Picard und Creitz gesellten, war gekennzeichnet von einer ungeheuren Intensität des Ausdrucks und einer klanglichen Differenzierung, die von der hereinbrechenden Wucht des Beginns bis zu den zartesten Verästelungen der Fuge reichten.

Martin Spangenberg ergänzte das Streichensemble beim Klarinettenquintett h-moll von Brahms. Das Stück leuchtete in den pastellenen herbstlichen Farben von Brahms‘ Spätwerk und erfuhr eine ausgewogene, vom Klang der Klarinette geprägte Wiedergabe, bei der Spangenberg im Mittelteil des langsamen Satzes an klangliche Grenzen ging und eine geradezu schmerzliche Komponente ins Spiel brachte.

Lang anhaltender Beifall für einen hochwertigen Kammermusikabend.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert