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Gut singen allein reicht nicht: Pussycat Dolls

Von: Bernd Schuknecht
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Grundsolide Show-Arbeiterinnen: Die Pussycat Dolls in Düsseldorf. Foto: Thomas Brill

Düsseldorf. „Wenn ich groß bin, dann will ich berühmt sein, will ein Star sein”, singen die Pussycat Dolls und formulieren in ihrem Hit „When I grow up” die ehrgeizige Lebensplanung vieler junger Mädchen und Frauen.

Der Traum vom Star-Dasein ist für die fünf wilden Hollywood-Hühner, deren Karriere einst in Johnny Depps Club „Viper Room” begann, längst Wirklichkeit geworden.

6000 jubelnde Fans

Zahlreiche Auszeichnungen, MTV Music Video Awards, American Music Awards, Grammys, Goldene Kamera und Bravo-Ottos sowie über sechs Millionen verkaufte Debüt-Alben „PCD” und 70 Millionen You-Tube-Clicks auf die Singles unterstreichen den Erfolg der singenden Models.

Rund 6000 Fans bejubelten enthusiastisch das einzige NRW-Konzert, das die Pussycat Dolls im Rahmen ihrer „Doll Domination World Tour” in der Düsseldorfer Philipshalle gaben.

Vor Konzertbeginn illustriert ein Film das Tempo der Pussycat-Welttour und zeigt die Dolls als Easy Rider, wie sie auf schweren Motorrädern an markanten Sehenswürdigkeiten vorbeirasen.

Unter frenetischem Jubel werden dann die Sängerinnen mit Hilfe aufwändiger Lifttechnik mit ihren Bikes auf ein Bühnenpodest gehievt, um gleich darauf in knappen Outfits - Hot Pants und Push-Ups sind Pflicht - die Treppe herunterzuschreiten, temperamentvoll und lässig zugleich, sehr wohl der eigenen erotischen Ausstrahlung bewusst.

Auch wenn sich die Mädels nicht über ein Casting zur synthetischen Gruppe geformt wurden, so entsprechen sie doch fünf Klischees von Frauen-Typen: Ashley Roberts ist die langhaarige Blondine, Kimberly Wyatt das sportlich kurzhaarige Pendant, Jessica Sutta die wilde Rothaarige, Melody Thornton der dunkelhäutige Typ, während die elegante Nicole Scherzinger, Freundin von Formel-1-Weltmeister Lewis Hamilton, ein dezentes Latino-Flair umgibt.

Allein gut singen zu können, reicht heutzutage genauso wenig, wie lediglich gut auszusehen. Dazu kommt, dass frau auch exzellent tanzen können muss, und ihre Ausstrahlung darf nicht nur auf dem Video, sondern muss auch live Wirkung entfalten. Und all das bekommen die tanzenden Puppen bemerkenswert gut hin, wie auch die jeweiligen Soloauftritte beweisen.

Mit perfekt choreografierten Songs wie „I hate this Part”, „Buttons” oder „Wait a Minute” erweisen sich die fünf eher als grundsolide, leistungsorientierte Show-Arbeiterinnen denn als talentfreie Tingel-Tangel-Hupfdohlen. Insofern darf der Name Pussycat Dolls auch eher als ironisches Understatement verstanden werden.

„I don´t need a Man” verdeutlicht einmal mehr das weibliche Selbstbewusstsein junger Frauen von heute. Clever wie sie sind, haben sie zwar das Sex-Sells-Prinzip nicht abgeschafft, haben es jedoch zum eigenen Vorteil den Männern aus der Hand genommen.

Nach 90 Minuten und Zugaben, darunter „Don´t Cha” sowie ein letztmaliger Einsatz der Pyrotechnik mit Flammenzüngeln und Funkenregen, ist das Konzert zuende. Die Stars verlassen winkend die Bühne, die weiblichen Fans haben jede Menge Stoff zum Träumen.
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