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Große Melodien und starke Texte: Tina Dico auf Burg Wilhelmstein

Von: Stefan Schaum
Letzte Aktualisierung:
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Die Kraft der Ruhe: Songwriterin Tina Dico punktet in Würselen mit reduzierten Arrangements und großer Stimme. Foto: Stefan Schaum

Würselen. Der Abend mit Tina Dico ist eine überzeugende Lektion in Sachen Sparsamkeit. Denn der Auftritt der dänischen Sängerin auf Burg Wilhelmstein ist pure Reduktion.

Die Besinnung auf große Melodien und gehaltvolle Texte. Kommt dazu noch eine starke Stimme. Was sich auf den jüngsten Alben der 31-Jährigen ankündigte, setzt sich beim Konzert in Würselen fort: Die Abkehr von der opulenten Produktion.

Bloß ein winziges Schlagzeug steht auf der Bühne, das noch nicht einmal bei der Hälfte der Songs zu hören sein wird. Auch das Keyboard erklingt nur selten, um die Lieder ein wenig zu verzieren. Zwar hat die zierliche Songwriterin mit Helgi Jonsson und Dennis Ahlgren zwei versierte Mitmusiker auf der Bühne, doch beschränkt sich deren Zutun auf Einsprengsel.

Auf ein minimalistisches E-Gitarrenriff hier und da, auf ein wenig Percussion oder ein paar hingehauchte Posaunenklänge. Im Mittelpunkt steht stets Tina Dico, die sanft zwischen Folk und Pop hin und her pendelt. Dass sie sich mit ihrer Musik als Erzählerin versteht, zeigt sich auch zwischen ihren Stücken. Wenn sie charmant deren Herkunft erläutert, über den Inhalt plaudert oder ganz allgemein über Zwischenmenschliches.

Es ist sehr intim, wie sie bisweilen allein auf der Bühne steht und mit klarer, dunkler Stimme singt. Solche Momente gibt es viele und das liegt auch am Auftrittsort. Denn die direkte Nähe des Publikums zur Künstlerin, wie sie die Burg Wilhelmstein ermöglicht, passt glänzend zu dieser Musik, die vor allem in den ruhigen Momenten punktet. Bisweilen sind selbst die Vögel in den Bäumen zwischen den Noten deutlich hörbar und Tina Dico genießt dieses Ambiente mit einem breiten Lächeln.

Ihren ersten Hit „Warm Sand” hebt sie sich für die Zugabe auf. Der stammt aus der Zeit, als ihre Stücke größer angelegt waren. Wie gut ihnen das neue Format tut, belegt der Applaus des Publikums. Der ist nach der vorangegangenen Ruhe vor allem eines: donnernd.
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