Glasmalerei-Museum stellt leuchtende Farbstürme aus

Von: eho
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Spontane, heftige Malerei auf Glas: Myriam Wierschowski, Direktorin des Deutschen Glasmalerei-Museums Linnich, erklärt hier ein Werk des Rottweiler Künstlers Tobias Kammerer. Foto: Gerda Król

Linnich. Er ist bereits mit seinen jungen 45 Jahren einer der gefragtesten Kirchenausstatter, der mit unvergleichlich sensiblem Einfühlungsvermögen überkommenen Gotteshäusern mit subtiler farblicher Monumentalmalerei ein modernes, zeitgemäßes Gepräge verleiht: der in Rottweil geborene und lebende Tobias Kammerer.

Darüber hinaus gilt er als ein Erneuerer der architekturgebundenen Glaskunst – und das, obgleich er seit seines Studiums von den Wildesten der wilden Wiener Künstlerschaft beeinflusst ist, allen voran Hermann Nitsch, und von den informellen Farbstürmen des Aacheners Karl Otto Götz.

Das Deutsche Glasmalerei-Museum Linnich mit seiner Direktorin Myriam Wierschowski stellt das Werk des Künstlers ab diesem Samstag (Eröffnung 16 Uhr) bis zum 9. Februar 2014 in einer großen Ausstellung vor. Unverkennbar der Einfluss Götz‘: Kammerer überzieht großflächiges Industrieglas in einem einzigen spontanen Besen- oder Rakelwisch mit einer Spur von Farbe – und malt damit eben nicht wie seine traditionellen Vorläufer „mit“ Glas, sondern „auf“ Glas.

Farbe setzt er dabei als Bedeutungsträger ein – Rot steht für Blut und Feuer, Blau für Immaterialität. Mit diesen reduzierten und allgemeingültigen Bildern bietet er dem Kirchenbesucher Kristallisationspunkte für Glaubensinhalte – statt einer Illustration, die Gedankengänge festlegt, ein offenes Angebot für Suchende.

Damit steht er zumindest geistig dem großen Alsdorfer Glasmaler Ludwig Schaffrath (1924-2011) sehr nahe, wenn auch mit einer völlig anders gearteten Handschrift. (Di.-So. 11-17 Uhr, Eintritt 4, ermäßigt 3 Euro; Katalog in der Ausstellung 39 Euro.)

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