Glänzender Auftakt der Aachener Chorbiennale

Von: Pedro Obiera
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Uraufführung aus besonderem Anlass: Mitglieder der vier Initiativchöre der Aachener Chorbiennale beim Eröffnungskonzert des Festivals. Foto: Andreas Schmitter

Aachen. Ein charmanterer und liebenswürdigerer Auftakt lässt sich kaum denken: Mit den ersten glockenklaren Tönen eroberten die blutjungen Damen und Herren des isländischen Chores Hamrahliðarkórinn die Herzen der Besucher des Eröffnungskonzerts der 3. Internationalen Chorbiennale in der gut besuchten Aachener Kirche St. Michael.

 Dass es sich im Grunde um einen Schulchor handelt, musste man schon im Programmheft nachlesen. Zu hören war es nicht, so perfekt, sicher und klangschön präsentierten die jungen Leute ihren hinreißenden Vortrag.

Dass in Skandinavien hervorragende Chorarbeit geleistet wird, ist kein Geheimnis. Dass aber auch in einer abgelegenen Region wie Island kleine musikalische Wunder zu entdecken sind, dürfte auch manchen erfahrenen Chorfan überraschen. Zu verdanken ist das nicht zuletzt der langjährigen Leiterin des 1967 von ihr gegründeten Chores, Þorgerður Ingólfsdóttir, die mit ihrem ungewöhnlichen Charisma Sänger und Publikum gleichermaßen zu elektrisieren versteht. Zu hören waren Gesänge isländischer Komponisten, die allesamt eine eigenwillige Handschrift erkennen ließen, allen voran Werke des unlängst verstorbenen Þorkell Sigurbjörnsson, einer Ikone der isländischen Musik.

Leenders-Werk uraufgeführt

Das Programm vom schlichten Volkslied bis zur komplexen Messe mit stilistischen Anleihen an Musik des Mittelalters und der Renaissance stellte äußerst dankbare Aufgaben, die die Jungen und Mädchen so frisch und einfühlsam lösten, dass es eine reine Freude war. Die Art und Weise, wie die isländischen Sänger und Sängerinnen das Publikum mit einbezogen, sorgte für bewegende Momente.

Das soll natürlich nicht die ebenbürtige Leistung des Aachener Kammerchors unter der Leitung von Martin te Laak, der den ersten Programmblock bestritten, herabsetzen. Dass sich dieser Chor und sein Leiter mit ihrer hervorragenden Arbeit seit Jahren im Spitzenfeld der hochkarätigen Aachener Chorlandschaft behaupten können, überrascht halt weniger als der Auftritt der Gäste aus Rey-kjavik. Vergessen werden darf auch nicht der eindrucksvolle Einstieg des Abends mit der Uraufführung der Auftragskomposition „Ballade des äußeren Lebens“ von Hans Leenders, ausgeführt von den vier Initiativchören der Chorbiennale, nämlich Leenders eigenem Madrigalchor, dem Aachener Kammerchor, Carmina Mundi sowie dem Jungen Chor Aachen.

Zum guten Schluss sangen die isländischen Gäste und der Aachener Kammerchor gemeinsam noch ein letzten Stück von oben – im wahrsten Sinne des Wortes über die Köpfe des Publikums hinweg. Das dankte mit begeistertem Beifall für einen glänzenden Festival-Auftakt.

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