Gestrandete und Verlorene: „Last Call”

Von: Jan Mönch
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Hoch geht´s her: Stefanie Dischinger und Sebastian Stert im „Last Call”. Foto: Carl Brunn

Aachen. Der Wandel vom siegesgewissen Großkotz zum gebeutelten Pechvogel kostet Max Stirn kaum eine Stunde Lebenszeit. Der ebenso findige wie windige Händler fiebert in einem Flughafen dem Geschäft seines Lebens entgegen - da zieht ein Hurricane auf.

Vor dem ist der Unternehmer zwar geschützt. In der Bar jedoch prasselt Unglück um Unglück auf ihn hernieder.

Mit „Last Call” hatte das Mörgens nun zu den ersten beiden Teilen einer „Flughafenhotelbarsoap in drei Folgen” eingeladen. Premiere Nummer eins war noch leidlich besucht. Die direkt oder indirekt mit dem Theater verbandelten Besucher subtrahiert, dürfte sich die Besucherzahl am Folgetag allerdings nur noch geringfügig oberhalb des einstelligen Bereichs bewegt haben. Schade.

Bei den regelmäßigen Miniserien ist für das Ensemble eher Experimentierfreude als Perfektion maßgeblich. Daran gemessen sind zumindest die ersten zwei Drittel von „Last Call” durchaus eine launige und kurzweilige Angelegenheit (Regie Katja Langenbach). Neben dem unglückseligen Handelsreisenden Stirn (Björn Büchner) hält Autor Lothar Kittstein auch das Zimmermädchen Monique (Stefanie Dischinger) im Transit gefangen. Deren zierliches Aussehen verhält sich nicht nur im harten Kontrast zu ihrem Temperament, sondern auch zu ihrer bald blutbesudelten Bluse.

Musikalisch begleitet von einem Barpianisten (Malcolm Kemp) mischen noch eine gealterte Schlagersängerin (Elisabeth Ebeling) und eine aufgedrehte Musikagentin (Anne Wuchold, nur Folge eins), außerdem ein Möchtegern-Rockstar (Karsten Meyer, nur Folge zwei) und ein schwuler Barkeeper (Sebastian Stert) mit. Als wegen des Unwetters - nicht etwa wegen einer Aschewolke - der Flugbetrieb eingestellt wird, haben die meisten von ihnen längst größere Probleme.

Die Mischung aus Gesangseinlagen, Telenova-Persiflage und surrealen Momenten lässt nicht absehen, wohin die Reise in Teil drei gehen wird. Angesichts der zum Ende von Teil zwei hin vermehrt auftretenden Mordfantasien aber vermutlich nicht an die Bestimmungsorte der Reisenden.

Folge drei von „Last Call” ist am Freitag, 14. Mai, und dann am 15. Mai, 21. Mai sowie 28. Mai zu sehen. Beginn 20 Uhr. Teil eins und zwei im Doppelpack am 2. Mai, 6. Mai, 7. Mai, 20. Mai und 27. Mai. Beginn 20 Uhr. Alle drei Folgen hintereinander werden gezeigt am 29. Mai sowie am 5. Juni. Beginn ist schon um 19 Uhr. Ort ist immer das Mörgens, jeder Teil dauert etwa 60 Minuten.
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