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Gemischte Bilanz der Macher des „Made in Europe Film Festivals”

Von: hvl
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Aachen. An seinem letzten Tag erhielt das „Made in Europe Film Festival” am Sonntag noch einmal „Rückenwind”: Aus Berlin kam der junge Filmemacher Jan Krüger mit seinem neuesten Film gleichen Namens.

Ein Berlinale-Starter, wie auch „Calimucho”, der Gewinner des Lambertz-Euregio-Filmpreises. Und ein in Aachen geborener Filmemacher, der seinen Weg erfolgreich geht.

Die teils märchenhafte Selbsterfahrung zweier junger Männer, die „Rückenwind” in einer erstaunlichen Bildsprache erzählt, entstand mit einem Budget von nur 50.000 Euro.

Krügers Treffen mit der aus Maastricht stammenden „Calimucho”-Regisseurin Eugenie Jansen, der begeisterte Austausch von zwei Filmemachern mit ähnlicher Nähe zum Dokumentarischen, gehörte zu den Höhepunkten von „Made in Europe”.

Das sichtlich erschöpfte Festival-Team zog nach einer ereignisreichen Woche eine gemischte Bilanz. Denn die Besucherzahlen blieben erschreckend gering.

Das neue Wappentier, der goldene Pudel, tauchte zwar vielfach im Stadtbild auf, doch folgten ihm nur wenige ins Kino. Das Aachener Festival reichte auch 2009 mit 17 Filmen noch lange nicht an das Angebot im benachbarten Maastricht heran mit 60 Filmen in über 100 Vorstellungen und in einem Haus mit sechs Sälen, das an fünf Tagen komplett Festival feiert.

Der Festival-Etat in Maastricht übersteigt die Mittel in Aachen um ein Vielfaches. Während dort rund 100 Freiwillige dem fest angestellten Organisationsteam zuarbeiten, stellten in Aachen eine Handvoll ehrenamtlicher Mitarbeiter die Veranstaltung auf die Beine.

Und obwohl sich das Festival sehr präsent im Cineplex eingenistet hat und nun schon im dritten Jahr die Gastfreundschaft des Multiplex-Hauses der Kinofamilie Stütz genießt, hat das Festival seinen idealen Ort noch nicht gefunden.

Für Festivalleiter Günter Jekubzik steht fest: Die fehlende Pflege der Film-Kunst im alltäglichen Kulturbetrieb der Stadt kann durch ein Projekt wie „Made in Europe” nicht wettgemacht werden.

Über die Aussichten des Festivals im Jahr 2010 befragt, für das Maastricht bereits jetzt eine neu komponierte Orchesterbegleitung für Murnaus Klassiker „Sunrise” vorbereitet, meinte Jekubzik: „Die Zukunft des Festivals wie auch das Bewusstsein für Filmkunst im Kino kann nicht Aufgabe engagierter Einzelpersonen bleiben, sondern braucht feste Strukturen und Organisationen.”
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