„Fundevogel”: Puppenspiel-Premiere im Theater

Von: Grit Schorn
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Aachen. Rappelvoll war die Kammer im Theater Aachen am Sonntagnachmittag, denn die Premiere von „Fundevogel” war ausverkauft.

Wie schon in der vergangenen Spielzeit bei „Frau Meier, die Amsel”, entzückten wieder die Puppen und die Puppenspielerinnen nicht nur die kleinen Zuschauer. Schön bereits der Einstieg in das Stück nach dem Märchen der Gebrüder Grimm. Ein richtiges Bühnenbild mit Waschküche und passenden Utensilien, ein dickes Märchenbuch und zwei große Puppen, wiederum gebaut von Wiebke Alphei, die gemeinsam mit Julia Brettschneider Leben in die anheimelnden Kinder-Figuren brachte.

Ganz schnell wird aus den Geschwistern, die sich (mit den famosen Stimmen der „Puppenmeisterinnen”) gerne etwas vorlesen, ein anderes Pärchen: Der im Wald in einem Vogelnest gefundene „Fundevogel” und die Förstertochter Lenchen, die sich im Försterhaus begrüßen. Erst mal wird ungezwungen ausprobiert, wer Junge und wer Mädchen ist - sehr zur Freude des Publikums. Ein Treueschwur besiegelt die Freundschaft, die der ebenso verhuschten wie bösartigen Haushälterin Sanne ein Dorn im Auge ist. Köstlich, wie Wiebke Alphei dieser Frau mit Riesenmopp und Mordgedanken lustiges Profil verleiht. Lenchen und Fundevogel müssen fliehen, die sprechendenÊ Waschtrommeln werden zu den verfolgenden Knechten, und die beiden Freunde fürs Leben müssen um dieses bangen.

Der Märchenzauber in der Waschküche macht richtig Vergnügen und kommt bei allen zwischen fünf und 75 glänzend an. Die ständigen Verwandlungen mit einfachsten Mitteln (der Waschtrog wird zum Boot, eine Decke zum Teich) halten alle in Atem. Natürlich wird alles gut, die Grimmsche Hexe nimmt kein gutes Ende, und zum schönen Schluss finden wir wieder die lesehungrigen Kinder vom Anfang vor, die sich in der Waschküche so wohl fühlen. Voller Schwung (Musik: Anton Berman) und immer neuer Einfälle (Puppenregie: Nicola Reinmöller) ist diese fantasievolle Märchen-Adaption (Textfassung Julia Brettschneider) genau das Richtige für jüngere Kinder - und natürlich deren Anhang.
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