Radarfallen Blitzen Freisteller

Faszinierendes Barock-Konzert im Ballsaal

Von: Christoph Hahn
Letzte Aktualisierung:

Aachen. Eine Sternstunde des Barock konnten Musikfreunde jetzt im Ballsaal des Alten Kurhauses in Aachen erleben. Zu Gast war mit dem italienischen Geiger Giuliano Carmignola ein Star unter den „historisch” orentierten Interpreten.

Zusammen mit Streichern des Sinfonieorchesters Aachen und dem Cembalisten Johannes Keller interpretierte der Künstler herausragende Werke von Corelli, Tartini und Vivaldi.

Dass mit Carmignola ein Interpret mit langjähriger und weltweiter Erfahrung als Solist und Dirigent agierte, war schon bei den einleitenden zwei Concerti grossi von Arcangelo Corelli (1653-1713) zu merken. Der Italiener und seine deutschen Kollegen sorgten für eine Klangkultur von rarer Delikatesse, die die sprudelnde Eleganz der beiden Werke ebenso hör- und erfahrbar machte wie ihre Anmut und Vitalität.

Bei der anschließenden h-Moll-Sonate von Giuseppe Tartini (1692-1770) konnte sich der Stargast dann erstmals als Solist profilieren.

Auf einer Stradivari von 1752 wusste der Künstler diese Komposition mit fulminanter Virtuosität wiederzugeben und wusste zugleich im Zusammenspiel durch seine natürlich wirkenden Führungseigenschaften zu überzeugen. Beinahe „wild” im Gestus, sprach aus Carmignolas Spiel nicht zuletzt ein unbedingter Ausdruckswille. Häufige Blickwechsel des Virtuosen mit den Künstlern des Orchesters links und rechts sorgten dabei immer wieder für ein zugleich harmonisches und dennoch spannungsreiches Zusammenspiel.

Das Glanzstück, Vivaldis „Vier Jahreszeiten”, folgte nach der Pause. Mit aufgestockter Besetzung im Orchester ließen der Geiger und seine spürbar von ihm animierten Mitstreiter zur Freude des Publikums, darunter auch Generalmusikdirektor Marcus R. Bosch, in tausend Farben und Facetten strahlen. Mit einer Vielzahl von fein gezeichneten Stimmungen wurden Carmignola und die Aachener den durch das Werk gegebenen hohen Ansprüchen mehr als nur gerecht.

Brodelnde Atmosphäre

Wie nicht anders zu erwarten, polierten der Gast und die Mitglieder des Sinfonieorchesters die Eigenheiten und Kostbarkeite in jedem der vier Vivaldi-Konzerte angemessen heraus. So beglückte im „Sommer” eine sorgsam ziselierte Vielfalt von Vogelstimmen auch die verwöhnten Damen und Herren im Saal.

Dank der Dichte ihres Zusammenwirkens schafften es die Könner auf der Bühne zudem, die brodelnde Atmosphäre eines Gewitters heraufzubeschwören. Zarte Melancholie und Wehmut über die dahinwelkende Natur zeichneten den „Herbst” aus. Und im „Winter” war es, als bedeckte dickes Eis das Leitthema. Kein Wunder, dass sich die Zuhörer durch ihren begeisterten Beifall eine Zugabe erklatschten.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert