Familienkonzert: Poulenc vertont heitere „Geschichte von Babar”

Von: Pedro Obiera
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Aachen. Sie ist nicht ganz so bekannt wie „Peter und der Wolf” oder der „Karneval der Tiere”, aber nicht weniger reizvoll: Francis Poulencs 1949 entstandene Klaviersuite zum Kinderbuch-Schlager „Die Geschichte von Babar, dem kleinen Elefanten”.

Das kleine Werk in der Instrumentation von Jean Françaix stand im Mittelpunkt des 2. Familienkonzerts im mittelprächtig besetzten Theater.

Das Aachener Sinfonieorchester machte es sich in den Dekorationen der „Fledermaus” bequem, die Schauspielerin Nadine Kiesewalter, die derzeit als Marie in Büchners „Woyzeck” Erfolge feiert, schlüpfte in die Rolle einer gut gelaunten, selbstbewussten Putzfrau, die sich mit Kapellmeister Volker Hiemeyer darauf einigte, die Erzählung mit der Musik zu verbinden.

Geradlinig und schlicht, auf einem luxuriösen Sofa ausgebreitet, rezitierte Nadine Kiesewalter den ebenso schönen wie kindgerechten Text von dem kleinen Elefanten, der in Menschenobhut aufgewachsen ist, als Erwachsener nach Afrika zurückkehrte und dort als König ein friedliches Elefantenreich gründete. Wie es sich für ein richtiges Märchen gehört, wird am Ende geheiratet.

Poulenc legte seine Komposition als Melodram an, verbunden mit charakteristischen Zwischenspielen wie Walzer, Wiegenlied oder Marsch. Die Künstler harmonierten prächtig miteinander. Der Esprit der Musik kam zu seinem Recht und weil der Elefant in diesem Werk nicht, wie gewohnt, vom Kontrabass, sondern von der Tuba und dem Kontrafagott dargestellt wird, war Solo-Bassist Karl-Josef Ohligs zu Recht tief beleidigt. Als Entschädigung durfte er dann noch den „Elefanten” aus Camille Saint-Saëns „Karneval der Tiere” spielen.

Viel Beifall für ein kurzweiliges, ansprechend gestaltetes Familienkonzert.
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