Euregio-Schüler-Literaturpreis für Laurent Gaudé

Von: Anke Hinrichs
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Nahm im Ballsaal des Alten Kurhauses in Aachen den Euregio-Schüler-Literaturpreis entgegen: Laurent Gaudé. Foto: A. Schmitter

Aachen. Er ist sehr freundlich, zurückhaltend, ja bisweilen sogar schüchtern - und er hat ein wunderbares Buch geschrieben. So etwa beschrieben die Laudatoren den Euregio-Schüler-Literaturpreisträger Laurent Gaudé.

Im Ballsaal des Alten Kurhauses in Aachen empfing der Franzose den mit 2000 Euro dotierten Preis für sein Buch „Eldorado” aus der Hand von Hans Kauhsen, dem Vorstandsvorsitzenden der Bürgerstiftung für die Region Aachen, die das Preisgeld für den Autor und einen Übersetzter stellt. Gauds Roman beschreibt das sich tagtäglich abspielende Flüchtlingselend zwischen den Kontinenten Afrika und Europa.

Gaudé selbst zeigte sich sehr erfreut über diesen Preis - für ihn der erste außerhalb Frankreichs. „Bücher können den Blick der Leser auf die Welt verändern, ich wünsche diesen jungen Lesern hier, dass das Lesen sie immer begleiten möge”, sagte der Prix-Goncourt-Preisträger.

Zum neunten Mal wurde der Preis von Oberstufenschülern aus der Euregio Maas-Rhein an einen zeitgenössischen Autor vergeben. In diesem Jahr waren es rund 500 Schüler aus 30 Schulen. Einfach zu stemmen war die Aufgabe nicht, denn die Jugendlichen mussten ihren Preisträger aus insgesamt sechs vom Literaturbüro vorgeschlagenen Büchern junger Autoren auswählen.

Warum sich die Jury auf „Eldorado” geeinigt hatte, begründeten die Laudatoren Dennis Schmäcke (Ritzefeld Gymnasium Stolberg) und Sarah Reuter (Königliches Athenäum in Eupen) ganz genau: „Laurent Gaudé hat es geschafft, ein aktuelles, politisches, soziales und gesellschaftliches Problem in schöner, verständlicher Sprache zu beschreiben. Er zeigt, welchen Mut die Menschen haben, wenn sie als Flüchtlinge die Festung Europa stürmen, und welche Gewissenskonflikte bei denen entstehen, die diese Festung verteidigen müssen. Diese zwei Perspektiven werden perfekt miteinander verbunden.”

Den Übersetzerpreis erhielten Claudia Kalscheuer und Jan Versteeg. Im nächsten Jahr können sich die Preisträger freuen, denn aufgrund des Jubiläums wird das Preisgeld verdoppelt.
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