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Erfolgsgeschichte von „Accordate” kann weitergeschrieben werden

Von: Thomas Beaujean
Letzte Aktualisierung:

Aachen. Die Erfolgsgeschichte der neuen Aachener Kammermusikreihe Accordate kann fortgeschrieben werden. 650 verkaufte Karten und volles Haus im Krönungssaal: Das ist für ein Konzert mit Kammermusik sensationell.

Es war allerdings auch ein besonderer Abend. Zum einen, weil mit dem Auryn-Quartett eine der weltweit führenden Quartettvereinigungen zu Gast war. Zum anderen, weil das Konzert durch eine Uraufführung einen besonderen Akzent erhielt. Herbert Nobis, seit vielen Jahren in Aachen wirkender Komponist und Pädagoge, war zur Komposition seines 3. Streichquartetts durch den Tod seines Freundes und Vorgängers im Amt des Dekans der Musikhochschule in Aachen, Hans-Jochem Münstermann, angeregt worden.

Entsprechend persönlich und berührend geriet denn auch diese Hommage, die sich wie alle Kompositionen von Herbert Nobis durch Prägnanz und Kürze auszeichnet. Ausgehend von dem Bach-Choral „In dich hab ich gehofft”, der im Verlauf des Werks komplett zitiert wird, schuf Nobis ein Adagio von großer Ausdrucksdichte, dessen erster Teil eine dramatische Auflehnung gegen den Tod des Freundes zum Ausdruck bringt, dessen zweiter in klanglich milderer Weise und mit dem Bach-Zitat den Trost durch die Kraft des Glaubens ausdrückt.

Ein beeindruckendes Werk, das durch die kongeniale und intensive Interpretation durch das Auryn-Quartett um so mehr berührte. So konnte der Komponist zusammen mit den Musikern den herzlichen Beifall des Publikums entgegennehmen.

Um eine ähnlich gelagerte Thematik geht es bei Schuberts Quartett d-Moll „Der Tod und das Mädchen”. Die Wiedergabe durch das Auryn-Quartett, das die Ausdrucksebenen des Stücks sensibel herausarbeitete und über die spieltechnische Perfektion hinaus eine immense gestalterische Intensität und klangliche Differenzierung offenbarte, ging unter die Haut.

Die klangliche Ausgewogenheit, zu der die vier Musiker Matthias Lingenfelder und Jens Oppermann, Violine, Stewart Eaton, Viola, und Andreas Arndt, Violoncello, im Laufe von 27 Jahren gemeinsamen Konzertierens gefunden haben, ohne dass dabei auch nur ein Hauch von oberflächlicher Routine spürbar wäre, ist bestechend. In ähnlicher Vollkommenheit erklang das f-Moll-Quartett aus op 20 von Haydn, bei dessen Interpretation das Ensemble eine klassische Balance von emotionaler Aussage und Transparenz des Klangbildes erzielte. Die Fantasia aus Haydns Quartett op. 75 bildete die Zugabe zu einem denkwürdigen Konzertabend.
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