Würselen - Eine wunderschöne Kirche muss kein guter Musiksaal sein...

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Eine wunderschöne Kirche muss kein guter Musiksaal sein...

Von: Rauke Xenia Bornefeld
Letzte Aktualisierung:

Würselen. „Messe plus” stand am Sonntagabend auf dem Programm des Sinfonischen Chores und des Sinfonieorchesters Aachen. Genauer gesagt die Theresienmesse von Haydn „plus” drei Meditationen aus Leonhard Bernsteins Mass, „plus” Te Deum noch einmal von Haydn.

Diesmal zog die musikalische Mannschaft des Theaters Aachen in die Städteregion - nach Würselen in die Kirche St. Sebastian.

Und genau hierin steckte das Problem der Aufführung. In St. Sebastian - eine wunderschöne Kirche für Gottesdienste und andere religiöse Feiern - werden die Musiker und Zuhörer mit einer schwierigen Akustik und einer ungünstigen Raumaufteilung konfrontiert: In der hinteren Hälfte verschwimmen alle Klänge, der Altar verdeckt die Instrumentalisten halb, alles ist durch den trennenden Altarraum sehr weit weg.

Solisten, Chor und Orchester gaben unter der Leitung von Chordirektor Frank Flade dennoch ihr Bestes: Das Sinfonieorchester umschiffte die Schwierigkeiten der Akustik mit all seiner Professionalität noch am nachhaltigsten. Dem Chor gelang das nicht immer. Gerade die Männer, ganz hinten stehend, schafften es nur selten über die Klangmauer aus Frauenstimmen und Orchester. Durch die große Entfernung kam leider auch nur wenig in den Haydn-Stücken steckende Inbrunst (Theresienmesse) und Pomp (Te Deum) beim Publikum an.

Die Solisten mussten ebenfalls alle Kraft aufbieten, um auch noch hinten gehört zu werden. Hee-Jong Roh schaffte das mit seinem an sich zarten Tenor leider nur selten.

Iva Danova (Alt) und Jorge Escobar (Bass) beeindruckten trotz der schwierigen Verhältnisse mit warmen Klangfarben, Sopran Monika Kettenis überzeugte ebenfalls.

Das Highlight des Chorkonzerts war jedoch Bernsteins Stück für Solocello und Orchester. Frauke Müller, zweite Solo-Cellistin des Theaters, gestaltete die drei Meditationen aus „Mass” mit hoher Virtuosität und vor allem mit viel Gefühl - hervorragend unterstützt durch das Sinfonieorchester, allen voran den zahlreich eingesetzten Schlagwerkern. Hier funktionierte der Sprung der Emotionen über den Altar.
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