Aachen - Eine engagierte Streiterin für die Kunst

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Eine engagierte Streiterin für die Kunst

Von: eho
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Unermüdliche Förderin der Ku
Unermüdliche Förderin der Kunst: Medizinerin Ingrid Jung ist 84-jährig gestorben. Foto: Ralf Roeger

Aachen. Es waren aufregende Zeiten in Aachen, als sich in einer ziemlich konservativen Stadt ausgerechnet auf dem Boden avangardistischer Kunstäußerungen und alternativer Lebensentwürfe kulturelle Institutionen etablierten, die diese Strömungen nicht nur abbildeten, sondern auch noch vorantrieben.

Die Neue Galerie - Sammlung Ludwig gehörte ab 1970 unbedingt dazu, das Ludwig Forum, 20 Jahre später, ist quasi der logische Abkömmling. Und eine Aachener Bürgerin war von Anfang an mit großer Leidenschaft immer dabei: die Medizinerin und Kunstsammlerin Ingrid Jung, von 1989 bis 2002 Vorsitzende des Vereins der Freunde des Ludwig Forums. Wenige Tage vor ihrem 85. Geburtstag ist sie jetzt gestorben.

So zart und grazil diese liebenswerte Person auch in ihrer äußeren Erscheinung wirkte - in ihrem Innern waltete eine Kraft, Energie und ein Durchsetzungswille, die nicht nur den „Freunden” ein dynamisches Vereinsleben bescherten, sondern vor allem auch deren Schützling und dem eigentlichen Vereinszweck zugute kamen - dem Ludwig Forum.

„Riesengroßes Dankeschön”

So ist der Kunstpreis Aachen, den der Verein zu seinem zehnjährigen Bestehen gestiftet hat, mit ein Kind von Ingrid Jung ebenso wie die mannigfaltige Unterstützung der Aktivitäten des Ludwig Forums. Dieses „enorme persönliche Engagement” Ingrid Jungs würdigte zuletzt der Erste Vorsitzende der Freunde, Ernst Höhler, im September 2011 zum 40. Geburtstag der Vereins mit einem „riesengroßen Dankeschön”.

Ihr eigenes Amt als Vorsitzende trat sie an in einer überaus turbulenten Zeit - der Umzug der Neuen Galerie in die Schirmfabrik stand an, dessen Anfänge sie sogleich kritisch-konstruktiv begleitete. Das uneingeschränkte Bekenntnis zur neuen Einrichtung demonstrierten die „Freunde” trotz des wehmütigen Abschieds vom Gedanken an ein eigentlich anvisiertes Museum an der Monheimsallee mit dem großzügigen „Einzugsgeschenk”: einer Skulptur des Bildhauers Tony Cragg. Ihr persönlicher Einsatz hat schließlich maßgeblich dazu beigetragen, dass der Kunstpreis Aachen zu internationalem Renommee gelangt ist, mit Preisträgern von weltweit bekanntem Rang und Namen.

So fand eine fortschrittlich kunstsinnige Bewegung in Aachen schließlich eine ungeahnte Krönung - immerhin gründen die Anfänge des Vereins der Freunde in einer Bürgerinitiative, als RWTH-Professoren, zumal Mediziner wie Hugo Jung, die Neue Galerie gegen Angriffe von konservativer Seite in Schutz nahmen.

Ingrid Jungs Ehemann Hugo gehörte im Jahr 1971 zu den Gründungsmitgliedern des Vereins der Freunde, in Ingrid Jung fand das Kunstleben in Aachen eine immer engagiertere Förderin und Mitstreiterin.
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