Köln - Ein Mix aus Bono, Springsteen und rotzigem Punk

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Ein Mix aus Bono, Springsteen und rotzigem Punk

Von: Bernd Schuknecht
Letzte Aktualisierung:
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The Killers 2012 in St. Pölten: In Köln durfte die Band nicht fotografiert werden. Foto: dpa

Köln. Beim einzigen NRW-Konzert, das The Killers im Rahmen ihrer Battle World Tour in Köln gaben, mussten Presse-Fotografen draußen bleiben. Dafür konnten sich zumindest die Fans vor der Bühne ihr eigenes Bild machen.

Zu Konzertbeginn in der Lanxess Arena präsentiert die Band aus Las Vegas ihr „Mr. Brightside“ mit voller Hallenbeleuchtung, bei der selbst Handykameras akzeptable Bilder produzieren können. Bereits diese Aktion demonstriert Publikumsnähe, aber Frontmann Brandon Flowers verfügt über noch zahlreiche weitere Tricks, um die Stimmung seiner rund 13 000 Anhänger an diesem Abend anzuheizen.

Flowers, der sich mit kurz geschnittenem Haar und akkuratem Seitenscheitel mehr als sonst zu seinem mormonischen Hintergrund bekennt, kennt die Rezeptur für eine rockige Seelenmassage in- und auswendig. Für seinen „Glamorous Indie Rock ‘n‘ Roll“ verknüpft er das hymnische Pathos, wie es Jim Kerr oder Bono seit den 80ern perfekt zelebrieren, mit der zupackend direkten Art eines Bruce Springsteen und der bisweilen aufgeregt rotzigen Art einer Post-Punk-Garagenband. Während seine fünf Mitspieler eher nach dem Prinzip „In der Ruhe liegt die Kraft“ agieren, wirbelt der 31-Jährige, sofern er nicht einige Keyboard-Sequenzen beisteuert, fast hyperaktiv über die Bühne.

Atemberaubendes Tempo

Von der vierjährigen Schaffenspause der Band zwischen „Day & Age“ und dem aktuellen Album „Battle Born“, die Flowers für Solo-Aktivitäten genutzt hatte, ist bei The Killers nichts zu spüren. Tempo und Dynamik sind atemberaubend, die Melodien beschwören Eingängigkeit, ohne dabei oberflächlich zu klingen. Und das Zusammenspiel stimmt auf den Punkt.

Ehrlicherweise erheben The Killers nicht den Anspruch, das Rad des Rock ‘n‘ Roll neu erfinden zu wollen. Längst ist ihre traditionelle Rock-Mixtur seliger Gefühlswelten im Mainstream inklusive aufwendiger Pyrotechnik und Konfettiregen angekommen. Sicherlich alsbald auch in den Stadien. Nach den Zugaben erscholl frenetischer Jubel.

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